Die Prognose vor einer Woche hat sich als zutreffend erwiesen: In einer Woche ging es mit der Kryptowährung Bitcoin nach dem Fall der psychologischen Marke von 40'000 Dollar nochmals kräftig nach oben. Er stieg auf 42'478 Dollar und erreichte damit ein Wochenplus von mehr als zehn Prozent. Allerdings, der Bitcoin ist und bleibt sehr volatil und ist ganz sicher nichts für Anleger mit Nerven.

Die rasante Erholung der letzten beiden Wochen zeigt, die Branche ist sehr flexibel und wenn China Pressalien ausübt, dann weichen Anleger und Bitcoin-Miner eben ganz schnell nach Kasachstan, Kanada oder USA aus.

Bitcoins werden relativ immer seltener

Tendenziell lässt sich feststellen: Bitcoins werden relativ gesehen immer rarer. Die Belohnung für das Schürfen von weiteren Einheiten wurde erst im Mai vor einem Jahr halbiert. Da die Zahl der Bitcoins auf maximal rund 21 Millionen Stück begrenzt ist und inzwischen bereits etwa 15 Millionen Bitcoins existieren, wird der Zuwachs immer langsamer. Genau das ist es, was Börsianer eigentlich suchen: Eine Anlage, die nicht inflationär ist. Denn bei Bitcoins dauert es durch die mathematischen Vorgaben im Algorithmus für die Schaffung neuer Einheiten immer länger, bis sich der Bestand um einen bestimmten Prozentsatz erhöhen kann.

Genau das macht beispielsweise auch Gold so interessant. Denn mit neuen Minen lässt sich der bereits vorhandene Bestand nicht so schnell verdoppeln oder verdreifachen wie beispielsweise Banknoten, die von den Notenbanken nach Belieben ausgegeben werden können.

Stabil auf hohem Niveau halten sich Emissionsrechte für CO2. Der Preis für die Emission von einer Tonne des Treibhausgases hat sich in einem Jahr verdoppelt und läuft seit drei Monaten unter geringen Schwankungen seitwärts. Aber das könnte die Ruhe vor dem Sturm sein.

EU will Treibausgasen an den Kragen

Denn erst vor zwei Wochen hat die EU-Kommission eine Neuausrichtung von Wirtschaft und Gesellschaft in der EU vorgeschlagen, um die Klimaziele der Gemeinschaft zu erreichen. Diese sehen bis 2030 einen Rückgang der Emission von Treibhausgasen auf Basis 1990 um zumindest 55 Prozent vor.

Das bedeutet: Auch für Bereiche, für die bisher keine Emissionshandel erforderlich war, wird dies in den nächsten Jahren erforderlich sein. Der Autoverkehr etwa soll bis 2035 vollkommen klimaneutral werden. Erreicht werden soll das nicht nur durch neue Entwicklungen in der Autoherstellung – Stichwort E-Mobilität oder Hybrid und Wasserstoff -, sondern auch über Bepreisung von Emissionen.

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Zudem sollen schon ab 2023 neu auch Reedereien für Emissionen zahlen müssen. So ist für die nächsten vier Jahren geplant, dass die Schiffbetreiber dann für 70 Prozent ihres Treibhausausstosses Emissionsrechte kaufen müssen.

Zwar müssen EU-Parlament und Mitgliedstaaten den Vorschlägen noch zustimmen und es dürfte Anpassungen geben. Aber sicher scheint eins: In der EU wird die Emission von Treibhausgasen zusehends für immer mehr Bereiche kostenpflichtig. Dass der Preis dadurch fast zwangsläufig steigen muss, leuchtet ein.

Seit Depotaufnahme Anfang Juni hat das Indexzertifikat von Societe Generale auf den Preis einer Emission einer Tonne CO2 zwar erst ein kleines Plus von knapp fünf Prozent gebracht. Aber auf Sicht von Monaten oder Quartalen ist mit weiteren deutlichen Steigerungen zu rechnen. CO2-Preise werden angesichts des politischen Umfelds mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit weiter steigen. Anders ausgedrückt: Man könnte fast jede Wette darauf eingehen, dass die Emission des Treibhausgases CO2 immer teurer werden wird. Und das bringt dann beim Zertifikat immer höhere Kurse.

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