Der britische Premierminister Boris Johnson will einem Zeitungsbericht zufolge handelspolitische Gespräche mit den Vereinigten Staaten in den kommenden zwei Wochen ins Rollen bringen.

Kommende Woche sollen daher die «roten Linien» für die Handelsverhandlungen veröffentlicht werden, berichtete der «Telegraph» am Sonntag. Laut dem Bericht wird erwartet, dass die Eckpunkte die Forderungen der USA nach einem besseren Zugang zum britischen Markt für US-Pharmaunternehmen zurückweisen.

Schwierige Ausgangslage mit der EU

Die angekündigten Handelsgespräche zwischen den USA und Grossbritannien werden als Druckmittel gegenüber der Europäischen Union aufgefasst. Nach dem Brexit besteht noch kein anschliessendes Abkommen zwischen der EU und ihrem ehemaligen Mitglied zur Regelung des Handels. Grossbritannien beharrt unter anderem darauf, dass es seine eigenen Regeln für Unternehmen festlegen will, während sich die EU in Fragen wie Umwelt und staatliche Beihilfen gleiche Wettbewerbsbedingungen wünscht.

Der Verband der britischen Industrie (CBI) forderte Johnson auf, nach dem Brexit ein Abkommen zu schliessen, das auch Dienstleistungsbranchen wie das Finanzwesen umfasse. Die Vermeidung kostspieliger Bürokratie und komplexe Zollvereinbarung seien zu vermeiden, so das CBI.

Freihandelsabkommen mit der EU bis Ende Jahr?

Es wird erwartet, dass Grossbritannien und die EU im kommenden Monat die Gespräche zur Regelung der Märkte beginnen. Am 31. Dezember endet die Übergangsphase nach dem Brexit, während der sich faktisch noch nichts an den Handelsbeziehungen ändert. In dieser Zeit sollen die künftigen Beziehungen zwischen Grossbritannien und der EU geklärt werden - inklusive eines Freihandelsabkommens.

Johnson wird sich voraussichtlich im Juni mit US-Präsident Donald Trump treffen.

(reuters/gku)