Vor der mit Spannung erwarteten Zinssitzung in den USA hat Präsident Donald Trump eine erneute Attacke gegen die Notenbank gestartet. Er warf den Währungshütern am Montag in einem Tweet Untätigkeit vor, während die EU und China ihre Zinsen weiter drückten und Geld in das Finanzsystem pumpten.

«Und bei sehr niedriger Inflation tut unsere Fed nichts - und wird wahrscheinlich vergleichsweise wenig tun. Was für ein Jammer.» An den Finanzmärkten wird für Mittwoch mit der ersten Zinssenkung in den USA seit über zehn Jahren gerechnet: Der geldpolitische Schlüsselsatz dürfte um mindestens einen Viertel Punkt auf die neue Spanne von 2,0 bis 2,25 Prozent fallen.

Spannungen im internationalen Handel

Die Währungshüter haben angesichts der von Trump geschürten Spannungen im internationalen Handel und der damit zusammenhängenden unsicheren Konjunkturperspektiven eine Kappung signalisiert, nachdem sie voriges Jahr die Zinsen vier Mal angehoben hatten und danach pausierten. Trump macht bereits seit langem Druck auf die politisch unabhängige Notenbank und verlangt Zinssenkungen, um die Konjunktur zu befeuern. Er hat sich insbesondere auf Fed-Chef Jerome Powell eingeschossen, dem er zwar selbst ins Amt verhalf, nun aber schlechte Arbeit vorwirft. Die Angriffe gipfelten in der Aussage, er könne Powell bei Bedarf degradieren.

(awp/gku)