Angesichts trüber Konjunkturaussichten hegen Börsianer immer mehr Zweifel, dass die EZB die Inflation mittelfristig auf das gewünschte Niveau von knapp zwei Prozent hochtreiben kann. Die Erwartungen gingen nach der Veröffentlichung der jüngsten Einkaufsmanagerdaten für die Euro-Zone am Montag weiter zurück.

Ein viel beachtetes Barometer für die Inflationserwartungen für die Zeit ab 2024 stand zuletzt nur bei 1,2196 Prozent. So niedrig tendierte es zuletzt Anfang September. Investoren gehen somit davon aus, dass die Inflation ab 2024 über einen Zeitraum von fünf Jahren lediglich bei knapp 1,22 Prozent liegen und die EZB ihre Zielmarke somit deutlich verfehlen wird, die sie als optimal für die Wirtschaft erachtet.

Strafzinsen und Anleihenkäufe

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte auf ihrer jüngsten Zinssitzung höhere Strafzinsen gekoppelt mit Erleichterungen für Geldhäuser beschlossen. Zudem sollen die umstrittenen Anleihenkäufe wieder aufgenommen werden. Ab November sollen pro Monat neue Zukäufe im Volumen von 20 Milliarden Euro hinzukommen.

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Die Währungshüter wollen damit die Wirtschaft ankurbeln und die als zu niedrig empfundene Inflation anheizen. EZB-Chef Mario Draghi, der am Montagnachmittag im Europa-Parlament Rede und Antwort stehen wird, begründete die Massnahmen mit den zunehmend trüberen Konjunkturaussichten. Anlass zur Sorge gibt auch der jüngste Einkaufsmanagerindex für die Euro-Zone, der sich überraschend nur noch knapp über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern hält.

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(reuters/gku)