Angestellte in der Schweiz mit einem Gesamtarbeitsvertrag (GAV) erhalten in diesem Jahr auch abzüglich Teuerung mehr Lohn. Mitarbeitende in der Öffentlichen Verwaltung profitieren am meisten. Die geringste Lohnerhöhung erhalten Angestellte im Dienstleistungssektor.

Konkret betrug die nominale Erhöhung der Effektivlöhne innerhalb der wichtigsten Gesamtarbeitsverträge im Schnitt 1,1 Prozent, bei den Mindestlöhnen waren es plus 0,8 Prozent. Zu diesem Schluss kommt eine Erhebung des BFS zu den gesamtarbeitsvertraglichen Lohnabschlüssen 2019.

Partner-Inhalte
 
 
 
 
 
 

Abzüglich der erwarteten Teuerung von 0,5 Prozent erhöhten sich die Reallöhne in den gewichtigsten GAV-Bereichen demnach im Durchschnitt um 0,6 Prozent, wie das BFS am Dienstag mitteilte. Ausgewertet wurden jene GAV, denen mindestens 1'500 Personen unterstellt sind.

Grosse Unterschiede zwischen Branchen

Je nach Wirtschaftssektor gestaltete sich das Lohnwachstum aber unterschiedlich: In der öffentlichen Verwaltung stiegen die Löhne ohne Berücksichtigung der Teuerung laut BFS um 1,8 Prozent.

Genau dem Durchschnitt entsprechend erhielten Angestellte im Gesundheits- und Sozialwesen 1,1 Prozent mehr Lohn. Am hinteren Ende der einzelnen Sektoren kletterten die Saläre im Dienstleistungssektor um nur 0,6 Prozent. Abzüglich der Teuerung von 0,5 Prozent verblieb hier somit nur 0,1 Prozent mehr Lohn im Portemonnaie.

Mehr individuelle Lohnerhöhungen

Die gesamte Erhöhung der GAV-Löhne 2019 von 1,1 Prozent teilt sich laut BFS in 0,5 Prozent generelle und 0,6 Prozent individuelle Erhöhungen auf. Somit seien knapp 45 Prozent der für Lohnerhöhungen bestimmten Salärsumme zu gleichen Teilen an die betroffenen Personen verteilt worden.

Dabei waren laut BFS die generellen Anpassungen für alle GAV-Unterstellten im tertiären Sektor (Dienstleistungen) mit 22 Prozent klar in der Minderheit. Im sekundären Sektor (Industrie und Baugewerbe) machte der Anteil an generellen Lohnerhöhungen mit 67 Prozent hingegen klar die Mehrheit aus.

In der Schweiz unterstehen laut BFS-Zahlen vom (gestrigen) Montag rund 2 Millionen Menschen einem Gesamtarbeitsvertrag, was einem Anteil von etwa 40 Prozent der Arbeitnehmenden entspricht. Insgesamt gibt es 581 solcher GAV-Vereinbarungen zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbänden.

(sda/mbü)