Der Schweizer Finanzplatz wird seinem guten internationalen Ruf in Regulierungsfragen nach wie vor gerecht. Im internationalen Vergleich nimmt er weiterhin einen Spitzenplatz ein, wie der zum zweiten Mal vom Swiss Finance Institute (SFI) veröffentlichte Regulierungsindex zeigt.

Sechs europäische Länder sind sowohl im Jahr 2020 als auch im Jahr 2021 unter den Top Ten platziert: Die ersten drei Plätze belegen Finnland, Schweden und Dänemark. «Knapp» dahinter folge die Schweiz vor Estland und Grossbritannien, schreibt das SFI. Auf Platz sieben folgt dann mit Kanada ein nicht europäisches Land.

Die Durchschnittswerte bei den untersuchten Kriterien seien gegenüber der Vorjahresperiode mehr oder weniger unverändert ausgefallen, heisst es weiter. Gezeigt habe sich aber, «dass die EU grosse Fortschritte bei der Umsetzung des Basel III-Rahmenwerks gemacht hat,» wird Markus Bürgi, CFO des Swiss Finance Institute, in der Mitteilung zitiert.

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Der «Global Financial Regulation, Transparency, and Compliance Index» (GFRTCI) vergleicht 31 internationale Finanzplätze und wird jährlich aktualisiert. Ziel des Index ist es gemäss SFI Transparenz im Regulierungsdickicht zu schaffen.

Grösse kein Alleinstellungsmerkmal mehr

Die globalen Finanzplätze stünden in einem harten Konkurrenzkampf, Grösse sei dabei kein überzeugendes Alleinstellungsmerkmal mehr, heisst es zur Begründung. Deutlich aussagekräftiger sei eine konsequente Finanzregulierung mit zeitgemässen Transparenz- und Compliance-Vorgaben.

Dabei spielen gemäss SFI verschiedene Faktoren eine entscheidende Rolle, wie beispielsweise das allgemeine politische und regulatorische Umfeld, die Struktur und Effizienz der Unternehmensführung, Umfang und die Qualität der Dienstleistungen, die Sicherheit der Bankinstitute und deren Regulierung oder strenge Auflagen in Bezug auf Korruption, Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung.

Dem stehen aber auch beträchtliche Kosten gegenüber. So seien Finanzinstitute etwa gezwungen, ihre Risikomanagement- und Compliance-Kapazitäten deutlich auszubauen. Kundenbeziehungen müssten neu beurteilt und definiert werden, Produktangebote seien zu überprüfen und Transaktionen müssten Compliance-Tests bestehen.

(awp/mlo)