Der sich verschärfende Konflikt zwischen den USA und Iran belastet die Finanzmärkte weltweit. Auch die Schweizer Börse verliert. Die Anleger würden zunehmend risikoavers und zögen sich aus dem Markt zurück, heisst es am Markt. Daher bröckelten die Kurse auf breiter Front ab.

Die Sorgen um eine weitere Eskalation der Krise im Nahen Osten wachsen. Das Parlament im Irak hat nach der Tötung des iranischen Generals Ghassem Soleimani überraschend für einen Abzug der rund 5000 im Land stationierten US-Soldaten gestimmt. Wenige Stunden zuvor hatte US-Präsident Donald Trump seine Drohungen an die Führung im Iran nochmals massiv verschärft und vor Racheakten gewarnt. Auch dem Irak drohte Trump Konsequenzen an, sollte das Land die US-Truppen aus dem Land schicken.

Swatch gehört zu den Schlusslichtern

Zunächst konnte sich die Schweizer Börse wegen ihrer defensiven Schwergewichte etwas besser halten als die Märkte im europäischen Ausland oder in Japan. Inzwischen gibt aber auch der SMI stärker ab. Der Leitindex verliert um 10.24 Uhr 1,3 Prozent auf 10'561 Punkte. Am vergangenen Freitag, der ersten Sitzung im neuen Jahr 2020, hatte der SMI 0,78 Prozent zugelegt. Im Vorjahr hatte der Leitindex gut 26 Prozent gewonnen.

Die stärksten Einbussen unter den SMI/SLI-Titeln verzeichnen Ams (-2,9%), Swatch (-2,5%) und Richemont (-2,3%), sowie die Banken UBS (-2,2%), Julius Bär (-2,3%) und CS (-1,9%). Einzig Sonova (+0,2%) und Alcon (+0,1%) können leicht zulegen.

Öl- und Goldpreis legen zu

Bisher profitierten vor allem der Öl- und Goldpreis sowie der Schweizer Franken von der höheren Verunsicherung am Markt. Am Montag stieg der Preis für US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) am frühen Morgen zeitweise bis auf 64,72 US-Dollar je Barrel (159 Liter). Damit erreichte der Preis den höchsten Stand seit vergangenem April. Die Nordseesorte Brent legt aktuell um 2,1 Prozent auf 70,03 US-Dollar zu.

In der Nacht auf Montag stieg der Preis für eine Feinunze Gold (31,1 Gramm) bis auf 1588,13 US-Dollar und damit auf den höchsten Stand seit 2013. Bis zum Morgen bröckelte der Kurs zwar wieder etwas ab, lag aber zuletzt mit 1549,10 Dollar immer noch 1,5 Prozent über dem Schluss vom Freitag.

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Der Eurokurs gab am Morgen leicht auf 1,0844 Franken ab und der Dollar notierte zu 0,9701 Franken. Auch der japanische Yen war als Fluchtwährung gesucht.

(awp/mbü)