Volkswagen will erstmals grüne Anleihen begeben und kann sich einer regen Nachfrage nach ihrer Emission freuen, wie aus informierten Kreisen verlautete. Autobauer zapfen verstärkt den Markt für sozial verträgliche Finanzierungen an, um ihnen beim teuren Wechsel zu Elektroautos zu helfen. Erst vor etwa zwei Wochen hatte auch Daimler auf dem Green-Bond-Markt debütiert.

Für die in zwei Tranchen geplante Euro-Anleihe von VW haben Investoren, wie zu hören war, Gebote in Höhe von insgesamt 9,5 Milliarden Euro abgegeben. Die Bonds haben Laufzeiten von acht beziehungsweise zwölf Jahren. Der VW-Konzern ist einer der grössten Emittenten von Unternehmensanleihen in Europa. Im März hatte er sein Regelwerk für grüne Finanzierung vorgestellt - gerade als die Anleihemärkte wegen der Corona-Pandemie geschlossen wurden.

Auf zwei Milliarden Euro begrenzt

Die Nachfrage nach dem VW-Angebot, das auf zwei Milliarden Euro begrenzt sein wird, zeigt, dass Anleger Appetit auf grüne Anleihen von Kreditnehmern haben, selbst wenn diese zuvor durch Umweltprobleme aufgefallen sind. «Wenn die Anleger in dieser Hinsicht wirklich aufgeschlossen sind, würde dies bedeuten, dass sie Dieselgate abgeschüttelt haben und eher nach vorne schauen», sagte Daniel Ender, Kreditstratege bei ABN Amro Bank NV mit Sitz in Amsterdam.

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Der Autohersteller profitiert auch von der steigenden Nachfrage der Investoren nach grünen Anleihen - insbesondere von neuen Emittenten - was Daimler und Deutschland geholfen hat, die jüngsten Erstemissionen mit einem Abschlag gegenüber traditionellen Angeboten zu preisen. Volkswagen hat die Bepreisung für die Zwölf-Jahres-Tranche um mindestens 25 Basispunkte auf etwa 165 Basispunkte über Mid-Swap-Niveau eingeengt.

«Grosse Nachfrage nach grünen Vermögenswerten»

«Es gibt eine grosse Nachfrage nach grünen Vermögenswerten», sagte Michael Kobel, Portfoliomanager bei Union Investment in Deutschland. «In Bezug auf Diversifikation und mehr Investmentmöglichkeiten freue ich mich über eine wachsende Anzahl von Emittenten.»

Banco Bilbao Vizcaya Argentaria, Commerzbank, HSBC, ING und Societe Generalebegleiten nach Angaben der informierten Person das VW-Angebot.

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(bloomberg/gku)