Das Disney-Märchen «Mulan», dessen Kinostart wegen der Corona-Pandemie mehrfach verschoben wurde, soll nun statt auf der Leinwand beim Streaming-Service Disney+ erscheinen. Die teure Realverfilmung, basierend auf dem Disney-Trickfilm «Mulan» von 1998, soll ab September bei dem Videodienst zu sehen sein, zum Preis von knapp 30 Dollar, wie der Konzern am Dienstag bekanntgab.

In den USA sind wegen der Corona-Krise noch viele Kinos geschlossen. In anderen Märkten, wo Lichtspielhäuser bereits geöffnet haben, könnte der Film auch dort gezeigt werden, hiess es.

Pandemie setzt dem Disney-Konzern stark zu

Disney meldete einen negativen Quartals-Abschluss, was in der langjährigen Firmengeschichte äusserst selten vorgekommen ist.

Dies teilte der Konzern am Dienstag nach US-Börsenschluss in Burbank mit. Wegen der Coronavirus-Pandemie waren demnach die Vergnügungsparks, TV-Stationen und Filmproduktionen stark beeinträchtigt, nur die Streaming-Dienste konnten Kunden hinzugewinnen.

Der Nettoverlust betrug im dritten Quartal, das am 27. Juni endete, 4,72 Milliarden Dollar verglichen mit einem Nettogewinn von 1,43 Milliarden Dollar im Vorjahresvergleichszeitraum. Der Umsatz fiel um 42 Prozent auf 11,78 Milliarden Dollar.

Der neue Videodienst Disney+ wuchs zwar weiter kräftig, verdient bisher aber kein Geld. Analysten hatten zudem vor allem beim Umsatz deutlich mehr erwartet. Die Marktreaktion fiel verhalten aus, die Aktien gerieten nachbörslich zunächst ins Minus, der Aktienkurs erholte sich aber rasch wieder.

(sda/gku)

Chinesisches Volksmärchen

Das Abenteuer-Märchen um die chinesische Heldin Hua Mulan sollte eigentlich schon am Ende März in die Kinos kommen. Die Hollywood-Premiere fand Anfang März noch statt, doch dann durchkreuzte der Kino-Shutdown die Pläne. Der Start wurde erst auf Juli, dann weiter auf August geschoben. Zuletzt kündigte Disney Ende Juli einen Aufschub auf unbestimmte Zeit an.

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In der rund 200 Millionen Dollar teuren Produktion von der neuseeländischen Regisseurin Niki Caro spielt die chinesische Schauspielerin Liu Yifei die Hauptrolle. Das 2000 Jahre alte chinesische Volksmärchen «Mulan» erzählt von einem mutigen Mädchen, das aus Liebe zum Vater in den Krieg zieht, als gefeierte Heldin zurückkehrt und auf diesem beschwerlichen Weg zu sich selbst findet.

Mea maxima culpa: Wie Konzerne in China um Vergebung bitten

Von Apple bis UBS: Es gibt Dutzende Beispiele, wie sich westliche Firmen in China der Political Correctness fügen, die dort diktiert wird. Auch in Filmen steigt der Einfluss des Landes. Mehr hier. HZ+

(sda/gku)