Einheimische und Eingeborene mögen zum Teil andere Vorlieben haben, aber für das Gros der Touristinnen und Touristen in Wien ist klar: Für ein echtes Wiener Schnitzel – das Original vom Kalb – geht man zu «Figlmüller». Das urige Wirtshaus, so steht es in jedem Reiseführer, sei die Hochburg auf dem Schnitzelwerkplatz Wien.

Seit wenigen Tagen aber steht eine Ergänzung auf «Figlmüllers» Speisekarte, gleich unterhalb der Position «Emmentaler gebacken, Sauce Tartare». Eine Menu-Ergänzung, die es im wahrsten Sinn des Wortes in sich hat: «Veganes Wiener Schnitzel aus Erbsenprotein, von Planted, mit grünem Blattsalat, 15,90 Euro».

«Figlmüller» – eine Schnitzelinstitution

116 Jahre gibt es die Wiener Schnitzelinstitution schon: Gegründet wurde «Figlmüller» 1905. Die «Heimat des Schnitzels» wird in vierter Generation von den Brüdern Hans jun. und Thomas Figlmüller geführt.

Planted? Tatsächlich, das vegane Schnitzel stammt vom Schweizer Startup Planted, das seinen Fleischersatz-Siegeszug mit Poulet begonnen hat und sich nun auch das Schnitzel vorknöpft. Und dies dort, wo dem Gericht die grösste Hochachtung entgegengebracht wird: In der Wiener Schnitzelhochburg «Figlmüller».

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Wie kam es dazu, dass Planted sein veganes Produkt just dort in die Karte einpflanzen konnte, wo der Impact am grössten ist? Man habe sich, erzählt Planted- Co-Gründer Pascal Bieri, vor drei Monaten mit den Figlmüllers in Wien getroffen – «und es hat extrem Klick gemacht».

Das ist ein Teil der Geschichte. Der andere: Damit es bei Schnitzelkonsumenten extrem Klick macht, braucht es natürlich auch eine phänomenale Panade. Oder «Panier», wie man in Wien sagt. In dieser Hinsicht gilt: Ehre, wem Ehre gebührt. Denn für die knusprige Hülle, so Bieri, seien nicht die Schweizer verantwortlich gewesen: «Die Panade für unser Schnitzel wurde von Figlmüller entwickelt.»