Es mehren sich die Anzeichen, dass bei der Inflation das Schlimmste überstanden ist. In der Schweiz ist die Jahresteuerungsrate seit dem Spitzenwert im August von 3,5 Prozent auf 3 Prozent zurückgegangen. Nach dem kräftigen Preisschub im ersten Halbjahr ist der Konsumentenpreisindex in den letzten Monaten mehr oder weniger stabil geblieben.

Ein Grund für die nachlassende Inflationsdynamik ist die Entspannung an den Energiemärkten. Die Benzinpreise etwa sind zuletzt deutlich gesunken und liegen nur noch 8 Prozent über Vorjahresniveau. Heizöl hingegen ist vergleichsweise teurer geblieben, und mit etwas Verzögerung sind die hohen europäischen Gaspreise auch bei den Schweizer Konsumenten und Konsumentinnen angekommen.

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Das zeigen die Details des Landesindex der Konsumentenpreis (LIK): Im Vergleich zum Vorjahresmonat haben sich Erdgas, Heizöl und Brennholz am stärksten verteuert. Die durchschnittliche Schweizer Gasrechnung ist bei gleichem Verbrauch um zwei Drittel höher als im letzten Oktober.

Komponenten der Inflation

Die Gesamtteuerung liegt bei 3 Prozent. Doch die Unterschiede innerhalb des Warenkorbs sind gross.

Quelle: Statista, HZ

Ebenfalls von der Inflation betroffen sind Flugverkehr, Dieseltreibstoff und Teigwaren. Die Preise für Flugtickets waren im ersten Halbjahr wegen der grossen Nachfrage bei reduziertem Angebot in die Höhe geschnellt. Auch die steigenden Kerosinpreise spielten eine Rolle. Seit September sinken die Flugpreise wieder, aber das Vorjahresniveau ist noch nicht erreicht. Einen ähnlichen Preisschub gab es bei Pauschalreisen im Ausland.

Preiskorrektur bei Mietautos

Die Pasta-Inflation hängt mit den höheren Getreidepreisen zusammen, welche ebenfalls eine Folge des Ukraine-Kriegs sind, weil die Ukraine und Russland wichtige Getreideexporteure sind und Dünger wegen des Gasmangels teurer geworden ist. Insgesamt sind die Nahrungsmittel 4,2 Prozent teurer geworden. Neben den Teigwaren verzeichneten auch Fisch, Käse, Butter und andere Speisefette einen überdurchschnittlichen Preisanstieg.

Doch nicht alles wird immer teurer: Produkte aus den Bereichen Gesundheitspflege und Nachrichtenübermittlung werden seit Jahren billiger. Im Vergleich zum vergangenen Oktober sind Handy- und Abopreise rund 4 Prozent gesunken. PC sind sogar 8 Prozent billiger geworden. Ein regelrechter Preisverfall fand in der Parahotellerie und bei den Mietautos statt. Letztere erfuhren letztes Jahr einen enormen Preisschub, der sich jetzt allmählich normalisiert. 

rop
Peter Rohnerist Chefökonom der Handelszeitung.Mehr erfahren