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Albert Beahny, Verwaltungsratspräsident Geberit AG und Lonza AG. Fotos kostas maros, am 26. Juni 2019 in Rapperswil Jona. Fotos kostas maros
Quelle: Kostas Maros

PersonAlbert Baehny

Er ist Doppelpräsident gleich zweier SMI-Konzerne – und ein ungewöhnlicher dazu. Albert Baehny sammelt keine Ämter, die Liste seiner aktiven als auch bisherigen Mandate ist fast so kurz wie jene von Otto Normalmanager. Die beiden Mandate haben es allerdings in sich: Lonza ist derzeit nichts weniger als ein Überflieger an der Börse, und das, nachdem Baehny dort durchaus Unruhe erzeugt und dann mit dem Drahtbesen ausgefegt hat. Im Frühjahr 2017 war er in den VR eingezogen, übernahm ein Jahr später als Nachfolger von Rolf Soiron das Präsidium – und schon nach weiteren zehn Monaten musste der langjährige CEO Richard Ridinger abtreten. Dessen interner Nachfolger Marc Funk blieb nicht einmal ein Jahr. Bei beiden soll Baehny Mängel im Führungsverhalten diagnostiziert haben; er selber hält den Umgang mit Mitarbeitern für eine zentrale Kompetenz. Er nehme lieber den zweitbesten Kandidaten, liess er intern einmal verlauten, wenn dafür dessen Werte und dessen Charakter stimmten. Bis er Pierre-Alain Ruffieux bei Roche fand, der offensichtlich rundum überzeugte und im Spätherbst als Lonza-CEO antrat, erledigte Baehny den operativen Job eben im Doppelmandat mit – er ist ja studierter Biologe, der seine Karriere in den ersten Jahrzehnten im Pharma- und Chemieumfeld verbracht hatte.

Unter seiner Leitung positioniert sich Lonza als Auftragsfertiger für die Pharmaindustrie, der nicht nur teure Produktionsanlagen vorhält, sondern auch Forschungs- und Entwicklungsleistungen liefern kann. Gemeinsam mit der US-Biotech-Firma Moderna tritt Lonza auch im Corona-Impfstoffrennen an. Rekordhohe Margen und ein Aktienkurs, der unaufhaltsam nach rechts oben zu streben scheint, zeigen: Da macht einer ziemlich viel richtig.

Selbiges gilt für Geberit, wo er 2003 einstieg und von 2005 an zehn Jahre lang als CEO amtete. Klar, ein Sanitärhersteller, aber hochgradig automatisiert und unter Baehny vom Handwerkerbereich «hinter der Wand» erfolgreich in den Kunden-Sichtbereich «vor der Wand» expandiert. Auch hier stiegen die Margen und folglich die Aktienpreise, auch hier war Baehny zeitweilig im Doppelmandat aktiv, auch hier suchte er seinen Nachfolger sorgfältig aus. Er gilt als sehr aktiver Präsident, der aber, wenn es läuft, auch eine sehr lange Leine lässt. Baehny und seine Frau, die im Baselbiet leben, sollten seit Ruffieux’ Antritt bei Lonza nun wieder mehr Zeit für die Hobbys Bergsteigen und Skifahren haben.

(Stand: Dezember 2020)

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