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AVIS --- ZU LIVIA LEU, DESIGNIERTE STAATSEKRETAERIN UND DIREKTORIN DER DIREKTION FUER EUROPAEISCHE ANGELEGENHEITEN (DEA), STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES NEUES PORTRAIT ZUR VERFUEGUNG. WEITERE BILDER FINDEN SIE AUF visual.keystone-sda.ch --- Livia Leu, designierte Staatssekretaerin (1.1.2021) des EDA und Direktorin der Direktion fuer europaeische Angelegenheiten (DEA), portraitiert am 5. November 2020 im Bundeshaus West in Bern. (KEYSTONE/Gaetan Bally)
Quelle: Keystone

PersonLivia Leu

Ihre Vorgänger sind allesamt daran gescheitert: am leidigen EU-Dossier. Nun soll Livia Leu schaffen, was den anderen bis anhin nicht gelungen ist: mit einem Rahmenabkommen aus Brüssel zurückzukehren, das nicht nur eine Mehrheit im Bundesrat und im Parlament findet, sondern später auch in einer Volksabstimmung. Gefordert sind konkret Verbesserungen beim Lohnschutz, bei den staatlichen Beihilfen und bei der Unionsbürgerrichtlinie. Die Spitzendiplomatin, die im Wintersportort Arosa in einer Hoteliersfamilie aufgewachsen ist, lässt sich von den Schwierigkeiten nicht beirren: «Ich mag Herausforderungen», sagt sie und ergänzt: «Mit gutem Willen und etwas Verhandlungskreativität beiderseits kann man eine Lösung finden.» Die Frage bleibt, wie gut der Wille auf Seiten der EU noch ist. Kenner beobachten in Brüssel eher eine wachsende Schweiz-Müdigkeit. Die Geduld sei schon arg strapaziert worden, heisst es. Zwei Jahre ist es bereits her, seit Leus Vorgänger Roberto Balzaretti mit dem fertig ausgehandelten Rahmenabkommen nach Bern zurückgekehrt ist, zwei Jahre wartet Brüssel nun schon auf eine Antwort aus Bern.

Brüssel und die EU-Zentrale kennt Leu nicht, doch als Delegierte des Bundesrats für Handelsverträge im Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) hatte sie regelmässig Austausch mit den wichtigen Mitgliedsstaaten wie Deutschland oder Frankreich. Und auch auf ihrem letzten Posten als Botschafterin in Paris, den nun Balzaretti übernommen hat, erhielt sie Einblicke in die EU-Politik.

Leu hat schon früher Verhandlungsgeschick bewiesen, etwa in ihren vier Jahren von 2009 bis 2013 als Botschafterin in Iran, wo sie auch die Interessen der USA vertrat. Es war eine schwierige Zeit damals, das iranische Regime hatte drei Amerikaner wegen Verdachts auf Spionage verhaftet. Nach zwei Jahren gelang es Leu und ihrem Team, die Amerikaner freizubekommen, wofür ihr dann die damalige US-Aussenministerin Hillary Clinton auch persönlich dankte.

Leu ist aber nicht nur als Chefunterhändlerin verantwortlich für die Europafrage, sondern als neue Staatssekretärin im Aussendepartement für die gesamte Aussenpolitik – nachdem Aussenminister Ignazio Cassis die personelle Zweiteilung Europa versus den Rest der Welt, die er selbst eingeführt hatte, wieder rückgängig gemacht hat.

(Stand: Dezember 2020)

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