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Quelle: Lea Meienberg

PersonNina Müller

Im Berufsleben von Nina Müller gibt es einen roten Faden: Brands. Sie war beim Strumpfhersteller Wolford, im Glitzergeschäft von Swarovski und schliesslich Chefin der Juwelierkette Christ. Seit dem 1. April ist sie Chefin im Zürcher Departmentstore Jelmoli. Den Job hat sie mitten im Lockdown angetreten: Das 24'000 Quadratmeter grosse Haus an der Bahnhofstrasse war bis auf den Food Market geschlossen, die Mitarbeitenden waren in Kurzarbeit oder im Homeoffice. Nicht gerade ein Traumstart. Für die neue CEO hatte das Ganze aber auch sein Gutes: So hatte sie zum Beispiel Zeit, um mit ihren Ein- und Verkaufschefs in aller Ruhe durchs Haus zu gehen, sie spricht von einem «Deep Dive». Ihr Eindruck: «Ich habe ein wunderbares Haus übernommen», sagt sie. Aber? «Die Bedürfnisse der Menschen wandeln sich.» Zuoberst auf ihrer To-do-Liste stehen für sie Digitalisierung und Omnichannel und knapp darunter Localisation sowie Secondhand, denn grosse, internationale Marken sind für Jelmoli zwar sehr wichtig, aber nicht genug. Allerdings: «Fläche bekommt nur, was relevant ist.» Um das zu evaluieren, experimentiert sie links und rechts des schicken Mainstreams. Gelungenes Beispiel: Reawake. Dieser Pop-up-Store mit Gebrauchtmode einer Zürcher Unternehmerin war so erfolgreich, dass er länger bleiben wird als ursprünglich gedacht.

Gute Erfahrungen machen bekanntlich Mut, und Müller schreitet forsch voran: Da Studien zeigten, dass die Generation Z ganz gern auch offline einkauft, hat sie einen renommierten Trendscout damit beauftragt, international angesagte Brands wie Club 75 und Futur Inc an den Start zu holen. Für ihre Vorwärtsstrategie habe sie seitens der Eigentümerin, der Immobiliengesellschaft Swiss Prime Site, grünes Licht und auch ordentlich Budget erhalten, sagt Müller.

Neben dem Haupthaus in der Zürcher Innenstadt hat die Vorarlbergerin mit dem CEO-Posten auch noch eine Riesenbaustelle übernommen: Zwei neue Geschäfte im «Circle» am Flughafen Zürich befanden sich im April bereits in der Fertigstellung. Müller hat das Projekt inzwischen adoptiert und leuchtet vor Zuversicht: «Auf lange Frist werden wir dort Erfolg haben», sagt sie. Am 5. November hat sie zwei «Houses» (Müller) eröffnet, eines mit Lifestyle-, das andere mit Sportsortiment. Spätestens 2023 will die Chefin von 628 Mitarbeitenden operativ wieder in den schwarzen Zahlen zurück sein – nach einem Verlust von geschätzten vier Millionen Franken im Jahr 2019.

(Stand: Dezember 2020)

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