Das war wohl eine Retourkutsche, weil ­ es beim Rahmenabkommen nicht vo­rangeht: Die EU-Staaten erschweren ­ den Zugang der Schweiz zu ihrem Forschungsprogramm Horizon. Das Land muss bei ­ der Neuauflage «Horizon Europe» wie Israel oder Kanada hintanstehen. Die Schweiz kann deshalb nicht wie bisher mehr Geld für Forschungsprojekte beziehen, als sie einbezahlt.

Es drohen Extragebühren und der Ausschluss aus gewissen Programmteilen. Eventuell besteht die EU auch auf der Aushandlung eines Dachabkommens, sodass die Schweizer Forscher den Start von Horizon Europe Anfang 2021 verpassen würden.

Lohnt sich angesichts solcher Schikanen die Teilnahme an der EU-Forschungsförderung überhaupt noch? Ihr bürokratischer Aufwand ist gemäss der Europäischen Universitätsvereinigung weit grösser als offiziell ausgewiesen.

Gefördert werden vor allem grosse Prestigeprojekte, die oft von zweifelhaftem wissenschaftlichem Gehalt sind. Statt rund 6 Milliarden Franken nach Brüssel zu überweisen, könnte der Bund die hiesige Forschung direkt unterstützen.

Schweizer Hochschulen könnten sich vermehrt mit ihren Partneruniversitäten in Europa vernetzen. Die Schweizer Forschungs­landschaft muss sich jedenfalls nicht verstecken. Sie gehört zu den besten in ganz Kontinental­europa.

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