US-Finanzministerin Janet Yellen wird angesichts der Gamestop-Börsenturbulenzen aktiv und ruft die obersten Aufseher der Wall Street zusammen.

In dieser Woche werde es eine Zusammenkunft der Spitzen der Börsenaufsicht SEC, der Terminmärkte-Behörde Commodity Futures Trading Commission und der Notenbank Federal Reserve (Fed) sowie ihrem New Yorker Ableger geben, teilte das Ministerium am Dienstag mit.

 

Das Treffen dürfte am Donnerstag stattfinden

Dabei soll es um die von einem Machtkampf zwischen Kleinanlegern und Hedgefonds ausgelösten hohen Kursschwankungen gehen. Einem Beamten des Finanzministeriums zufolge, der nicht namentlich genannt werden wollte, soll das Treffen möglicherweise schon am Donnerstag stattfinden.

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Von den Aufsichtsbehörden war zunächst keine Stellungnahme dazu erhältlich. «Ministerin Yellen hält die Integrität der Märkte für wichtig und hat um eine Diskussion über die jüngste Volatilität an den Finanzmärkten gebeten und darüber, ob die jüngsten Aktivitäten mit dem Anlegerschutz und fairen und effizienten Märkten vereinbar sind», erklärte die Sprecherin des Finanzministeriums auf Anfrage.

Kleinanleger spekulieren an der Börse

Spekulative Käufe hatten die Aktien von Gamestop und anderen Titeln in schwindelerregende Höhen getrieben und anschliessend stark schwanken lassen. Kleinanleger hatten mit konzertierten Käufen Hedgefonds zur Auflösung von Wetten auf den Verfall des Gamestop-Kurses gezwungen.

Auch bei Silber und der Krypto-Devise Ripple hatte es zuletzt heftige Kursbewegungen am Markt gegeben.

Sorgen um die Finanzstabilität

Einige Marktakteure fürchten, dass die Kurskapriolen die Stabilität der Finanzmärkte gefährden könnten. US-Notenbank-Chef Jerome Powell äusserte sich bislang zwar nicht dazu.

Der Chef des Notenbankbezirks Dallas, Robert Kaplan, sagte am Dienstag dem Sender CNBC, dass die derzeit hohe Liquidität, die auch mit den Wertpapierkäufen der Fed zusammenhänge, einen Einfluss darauf habe.

Auch die Politik hat sich eingeschaltet

Auch die Justiz und die US-Regierung beschäftigt die Kontroverse bereits. Robinhood und andere Broker hatten Käufe des Videospiel-Anbieters zeitweilig eingeschränkt und damit Empörung quer über Parteigrenzen in den USA ausgelöst.

Beide Kammern des Kongresses haben Anhörungen zu den Vorgängen angekündigt. Der Generalstaatsanwalt von Texas sprach von Anzeichen für eine Absprache zwischen Hedgefonds und anderen Parteien, um eine Bedrohung ihrer Markt-Dominanz abzuwehren.

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(reuters/mbü)