Die Schweiz sieht sich nicht gerne als Steuerparadies, ein Tiefststeuerland bleibt sie alleweil: Die Gewinnsteuern für Unternehmen gehören zu den weltweit tiefsten. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Tarife letztes Jahr sogar noch gesunken, wie die Grafik zeigt.

Grafik der Woche - Unternehmenssteuern 2

Die Schweiz besteuert Unternehmensgewinne im Schnitt mit 15,12 Prozent  - Kantone wie Luzern, Zug oder Glarus locken sogar mit deutlich tieferen Steuersätzen.

 

Quelle: KPMG/Statista

Bis vor kurzem boten gewisse Kantone internationalen Konzernen eine Sonderbehandlung. Weil dies nun nicht mehr möglich ist, – die Schweiz setzte der Praxis auf internationalem Druck ein Ende - versuchen die Kantone mit Steuersenkungen die Konzerne bei Laune zu halten.

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Die USA fordern globale Steuerregeln

Doch nun werden die Regeln im internationalen Steuerwettbewerb bald neu geschrieben – und die Schweiz könnte dabei zu den Verlierern gehören. Auf Druck der USA forderte die G7 zuletzt vehement höhere Steuern für Unternehmen.

Anfang Juli einigten sich schliesslich 130 Länder auf eine globale Mindeststeuer von 15 Prozent für Firmen. Im Gegensatz zur Schweiz beteiligen sich die EU-Staaten Irland, Ungarn und Estland nicht am Projekt.

Auch der Internationale Währungsfonds IWF spricht sich gegen tiefe Steuern aus – und nun schlägt sogar die neue US-Regierung ähnliche Töne an. Kurz: Die Schweiz bleibt unter Druck, ihre Steuern zu erhöhen.

Diese Grafik erschien zuerst am 9. April 2021. Der Text wurde am 2. Juli 2021 angepasst.

(mbü/gku)