Bevor sich Verbrennungsmotoren durchsetzten, fuhr man weltweit elektrisch. Die ersten Elektroautos in der Schweiz wurden 1902 von der Tribelhorn AG in Feldbach ZH erstellt. Das Unternehmen produzierte Personen- und Lastwagen mit Elektroantrieb. Letztere blieben oft bis in die 1950er Jahre im Einsatz.

1912 erreichte die Elektromobilität ihren vorläufigen Höhepunkt: Weltweit produzierten zwanzig Hersteller fast 34 000 Elektromobile. Und für die rund 130 Elektroautos in der Deutschschweiz standen immerhin 29 Ladestationen zur Verfügung.

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Nach der gut hundertjährigen Zwischenepisode mit Verbrennungsmotoren erleben die Elektromotoren nun ihr Comeback.

Die Schweizer Autofahrerinnen und Autofahrer steigen um auf Batteriefahrzeuge. Diesen Februar kamen Elektroautos (2441, plus 76,9 Prozent zum Vorjahresmonat) und Plug-in-Hybride (1510, plus 29,2) laut Auto-Schweiz, der Vereinigung der offiziellen Automobilimporteure, zusammen auf 23,8 Prozent Marktanteil.

Damit war im Februar fast jeder vierte Neuwagen über das Stromnetz aufladbar. Zusammen mit Voll- und Mildhybriden sowie Gas- und Wasserstoffmotorisierungen machten im Februar die alternativen Antriebe 48,9 Prozent des Automarktes aus (Vorjahreswert: 37,0 Prozent).

E-Zulassungen steigen auch 2022 an

Der Markt für neue Personenwagen in der Schweiz und in Liechtenstein ist 2022 gut gestartet. Bis Ende Februar wurden insgesamt 4567 Elektroautos und 3041 Plug-in-Hybride neu in Verkehr gesetzt. Damit war fast jeder vierte Neuwagen im Februar am Stromnetz aufladbar.

Gesamthaft erreichten die Personenwagen mit alternativen Antrieben Ende Februar einen Marktanteil von 48,9 Prozent.

Ob das so weitergeht, ist allerdings offen, da nur schwer einzuschätzen ist, welche Folgen die kriegerischen Handlungen Russlands in der Ukraine auf den Automobilmarkt haben werden.

In drei Jahren könnte bereits rund die Hälfte der Neuzulassungen an der Steckdose hängen: 51,9 Prozent – so hoch könnte laut einer Auto-Schweiz-Umfrage der Anteil der elektrischen Antriebe (Elektroautos, Plug-in-Hybride und Brennstoffzellenfahrzeuge) am Markt für neue Personenwagen 2025 ausfallen.

In der Tat gibt es heute kaum noch einen vernünftigen Grund, nicht elektrisch zu fahren. Es gibt immer mehr attraktive Modelle in allen Segmenten, eine immer besser ausgebaute Ladeinfrastruktur – und die Reichweiten der Batterien steigen. Insbesondere für das Klima ist die Lage eindeutig.

In einer im Februar veröffentlichten Studie der Münchner Universität der Bundeswehr verglichen die Forscherinnen und Forscher 790 aktuelle Fahrzeugvarianten miteinander und zeigten auf: Mit Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen und vollelektrischen Autos können Gesamtemissionen schädlicher Treibhausgase im Vergleich zu Verbrennern um bis zu 89 Prozent reduziert werden.

Betrachtet wurde die Treibhausgasbilanz der Fahrzeuge über deren gesamter Lebenszyklus hinweg – also die Menge an Schadstoffen, die von der Produktion über die Nutzung bis zur Verschrottung ausgestossen werden. Auch zahlreiche weitere Studien bestätigen die Klimavorteile von E-Autos. Also auf, zurück in die Zukunft!

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