Dreieinhalb Jahre lang war Iqbal Khan an der Spitze der Internationalen Vermögensverwaltung der Credit Suisse. Was hat der Zürcher als Chef der Prestigedivision geleistet? Und warum verlässt er die Grossbank?

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Khans Bilanz
Iqbal Khan war eine Schlüsselfigur in CEO Tidjane Thiams Drei-Jahres-Plan, die Credit Suisse wieder zum Erfolg zu führen. Im Herbst 2016 vertraute Thiam dem damaligen Finanzchef der Vermögesverwaltung die neue Division International Wealth Management an – und setzte ihm die Vorgabe, den Gewinn vor Steuern bis Ende 2018 auf 2,1 Milliarden Franken zu steigern.

Dieses Ziel hat Khan zwar verfehlt. Die Gewinnsteigerung von 1,1 auf 1,8 Milliarden Franken zwischen 2016 und 2018 fällt dennoch beachtlich aus.

Das zeigt auch der Vergleich mit der Schweizer Divsion der CS: Die Swiss Universal Bank hat ihre Vorgabe ebenfalls verpasst. Und deren Gewinne erhöhten sich innert zwei Jahren mit +500 Millionen Franken schwächer als die von Khans Abteilung. 

Manager Khan fuhr zudem die Kosten stark hinunter. Das Kosten-Ertrags-Verhältnis verbesserte sich von 76 auf 66 Prozent.

Wieso er geht
Der Zeitpunkt von Khans Rücktritt sei gut gewählt, findet Andreas Venditti, Analyst bei der Bank Vontobel: «Den Gewinn weiterhin so stark zu steigern, wäre nicht möglich gewesen. Damit verlässt Khan die Credit Suisse jetzt mit einem starken Leistungsausweis.»

Bei der Credit Suisse kam für Khan nur noch ein weiterer Karriereschritt infrage. Er galt lange als einer der Kandidaten für die Nachfolge von Chef Thiam. Gut möglich, dass er sich keine Hoffnungen auf Thiams Posten machen konnte – und darum die Konsequenzen zog.

Bernhard Hodler, CEO Bank Julius Baer orientiert an einer Medienkonferenz in Zuerich am Mittwoch, 31. Januar 2018 ueber das vergangene Geschaeftsjahr.  (KEYSTONE/Walter Bieri)

Bernhard Hodler: Er leitet derzeit die Bank Julius Bär.

Quelle: Keystone

Wohin er geht
Iqbal Khan wird als neuer Chef von Julius Bär gehandelt – und auch UBS-Chef Sergio Ermottis Job wird ihm zugeschrieben.

Julius Bär ist ein Vermögensverwalter, Khan würde ein ähnliches Betätigungsfeld vorfinden. Allerdings ist die Zürcher Bank weniger breit aufgestellt, und macht beispielsweise keine Firmenfinanzierungen. «Bei Julius Bär ist die Vermögensverwaltung etwas enger gefasst als bei der CS», sagt Vontobel-Analyst Andreas Venditti.

Der Chefposten bei Julius Bär ist mit Prestige verbunden, Khan wäre nicht mehr nur die Nummer zwei wie bei der Credit Suisse. «Als CEO von Julius Bär könnte er sich stärker in der Öffentlichkeit profilieren», so Venditti.

Aus finanziellen Gründen würde sich ein Wechsel wohl nicht auszahlen: Bei der Credit Suisse hat Khan dem Vernehmen nach rund acht Millionen Franken im Jahr verdient. Der aktuelle Julius-Bär-Chef Bernhard Hodler erhielt letztes Jahr 6,16 Millionen Franken.

Einen Wechsel an die Spitze der UBS drängt sich laut Andreas Venditti eher nicht auf. «Bei der UBS müssen sich CEO-Kandidaten traditionell zuerst einige Jahre in anderer Funktion in der Geschäftsleitung bewähren, bevor sie Chancen auf den CEO-Posten haben. Eine solche Ausgangslage hatte Khan auch bei der CS

(mbü)

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