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Bioläden
Amazon kauft Whole Foods Market für 14 Milliarden

Onlinehändler Amazon schluckt die US-Lebensmittelkette Whole Foods Market. Der Deal sorgt für Panik bei Anlegern der Konkurrenz. Auch die Schweiz macht sich auf einen Food-Markteintritt gefasst.

Veröffentlicht am 16.06.2017

Amazon kauft die US-Kette Whole Foods Market und steigt damit in grossem Stil in den Handel mit frischen Lebensmitteln ein. Amazon biete in der rund 13,7 Milliarden US-Dollar schweren Transaktion 42 Dollar pro Aktie des Lebensmittelhändlers, teilte Amazon mit. Whole Food Markets werde weiter Läden betreiben. Auch der Chef der Kette, John Mackey, bleibe an Bord. Ein Abschluss der Transaktion werde in der zweiten Jahreshälfte erwartet.

Whole Foods Market setzt auf Bio-Lebensmittel. Die Kette erwirtschaftete nach eigenen Angaben 2016 einen Umsatz von rund 15,7 Milliarden Dollar. Sie betreibt über 460 Läden, den Löwenanteil davon in den USA. Einige Geschäfte gibt es aber auch in Kanada und Grossbritannien.

Auch Pläne in der Schweiz

Amazon will auch in der Schweiz ins Online-Geschäft mit Lebensmitteln einsteigen. Demnach plant Amazon laut Brancheninsidern sein Online-Food-Angebot «Pantry» hierzulande anzubieten. Amazon Pantry preist sich schon seit 2015 in Deutschland und Österreich als «Vorratskammer in der Box» an und will den Wocheneinkauf beim Grossverteiler obsolet machen. Amazon wollte zu dem Thema keine Stellung nehmen.

Für den Pantry-Dienst heuerte Amazon kürzlich einen ehemaligen Aldi-Suisse-Topmanager an: Patrick Lobsiger leitet seit Ende 2016 bei Amazon in München die Pantry-Sparte für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Zuvor trieb der Retailmanager die Expansion von Aldi Schweiz voran und hatte eine leitende Stellung im Verkauf.

Dick im Geschäft mit Bio

Whole Foods Market setzt auf Bio-Lebensmittel. Die Kette erwirtschaftete nach eigenen Angaben 2016 einen Umsatz von rund 15,7 Milliarden Dollar. Sie betreibt über 460 Läden, den Löwenanteil davon in den USA. Einige Geschäfte gibt es aber auch in Kanada und Grossbritannien. Amazon hatte in den vergangenen Jahren stationäre Händler stark unter Druck gesetzt.

Der Konzern zeigte zuletzt aber immer mehr Interesse am Einstieg ins Geschäft. So eröffnete Amazon mehrere Buchläden und schmiedet auch Pläne für kleine High-Tech-Supermärkte, die von wenigen Mitarbeitern betrieben werden können. Zudem expandiert der Onlineriese im Geschäft mit frischen Lebensmitteln. In einem Modellversuch bietet der US-Riese diese auch in Deutschland an. Amazon-Prime-Kunden in Berlin und Potsdam können ihre Einkäufe über den Online-Händler erledigen.

In einer Gegenbewegung baute der amerikanische Supermarkt-Riese Wal-Mart immer stärker sein Online-Geschäft aus - und kaufte den Modehändler Bonobos für 310 Millionen Dollar. Mit den beiden Zukäufen heben die beiden Schwergewichte ihre Rivalität auf eine neue Ebene.

Panik bei Anlegern der Konkurrenz

Die fast 14 Milliarden Dollar schwere Übernahme hat zu einem Ausverkauf bei Aktien von europäischen Einzelhändlern geführt. Metro-Aktien fielen um 1,6 Prozent auf 28,12 Euro und waren unter den schwächsten Werten im MDax. Die Aktien des niederländischen Lebensmittelkonzerns Ahold Delhaize sackten um knapp zehn Prozent auf 16,69 Euro ab - das war der grösste Kurssturz sei neun Jahren. Carrefour-Papiere verloren an der Börse in Paris 2,5 Prozent auf 22,66 Euro. In London ging es für Sainsbury, Booker, Morrison und Tesco um je rund drei Prozent nach unten, in den USA verloren die Walmart-Titel fünf Prozent.

(reuters/sda/chb)

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