Es war eine Neugründung, die aufhorchen liess. Während die Finanzbranche seit Jahrzehnten schleichend konsolidiert, ging Michael «Mike» Bär den entgegengesetzten Weg. Julius Bärs Urenkel, der zuletzt einen Zuger Agrarhändler präsidiert hatte, gründete im Herbst 2018 ein Bankhaus und leitet es seither: Die MBaer Merchant Bank. Es soll eine «Bank mit Seele» sein, so der Claim. Ein Kleininstitut für Unternehmer und ihre Familien. Persönlich, individuell, agil und tief verwurzelt im Kredit- und Handelsgeschäft. Sozusagen der massgeschneiderte Gegenentwurf zur skalengetriebenen Standardisierung, die das Swiss Banking spät, aber umfassend industrialisiert.

Seine anachronistische Idee erntete Zuspruch: Als honoriger Vertreter der Familie Bär – geschätztes Vermögen gemäss «Bilanz» zwischen 350 bis 400 Millionen – fand er Mitstreiter und auch zahlreiche Miteigner. Denn obwohl die Merchant Bank seinen Namen im Titel trägt, ist Mike Bär weder Mehrheitseigner noch grösster Aktionär der MBaer. Auch liess er sich im letzten Jahr anteilsmässig weiter verwässern.​