Auch Ärzte müssen Gebühren an die Berner Gesundheitsverwaltung abliefern. So benötigt ein Mediziner, der internistische Praxis mit Röntgengerät betreibt, dafür eine staatliche Bewilligung. Diese Bewilligung muss periodisch verlängert werden. Das geschieht recht automatisch. Aber die Rechnung dafür beträgt 650 Franken.

«Wie schön hat es doch ein Bundesamt, ohne irgendeine Leistung 650 Franken zu verlangen, während wir unsere Leistungen zum Teil im Minutentakt abrechnen müssen», kommentiert ein Arzt aus Biel in der «Schweizerischen Ärztezeitung».

Auch ein Blick in die Zahlen der Staatsrechnung zeigt: Die Gebührenmaschine beim Bundesamt für Gesundheit läuft heiss. Die Einnahmen der Rubrik Gebühren haben sich im letzten Jahr fast verdoppelt. Konkret: Waren es 2008 noch 7,4 Millionen Franken gewesen, schlugen die Gebührengelder für das Jahr 2018 bereits mit 14 Millionen Franken zu Buche.

Die Tarife wurden erhöht

Die Zunahme der Gebühreneinnahmen ist zum grössten Teil auf den Bereich der Gesundheitsberufe zurückzuführen, wie das Bundesamt auf Anfrage von «Medinside» mitteilt. «Zum einen haben sowohl die Prüfungs-Kandidatinnen und -Kandidaten als auch die Diplom-Anerkennungen ausländischer Ärztinnen und Ärzte stark zugenommen. Zum andern wurden in den letzten Jahren verschiedene Gebührentarife erhöht.» 

Auch die Gebühren aus den anderen Bereichen haben laut dem BAG zugenommen: Im Bereich des Strahlenschutzes wurden mehr Betriebsverlängerungen für Anlagen verfügt. Weiter seien die Gesuche für Anerkennungen und Zulassungen von Chemikalien wie auch die Gesuche für den Eintrag von Arzneimittel in die Spezialitätenliste angestiegen.

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Dieser Beitrag erschien zuerst auf «Medinside» unter dem Beitrag: «Gebühren-Einnahmen beim Bundesamt für Gesundheit massiv gestiegen».

Medizin-Prüfung enthielt Fehler

Auch Medizinstudierende müssen für ihr Examen in die Tasche greifen: Eine Prüfung für angehende Mediziner kostet 1'500 Franken. Hinzu kommen die Anmeldekosten von 200 Franken sowie bei bestandener Prüfung die Kosten fürs Diplom: 500 Franken. Macht 2'200 Franken. 

Dass Prüfungen bei den Humanmedizinern nicht immer reibungslos über die Bühne gehen, zeigt der diesjährige eidgenössische Abschlusstest für angehende Ärzte. Diese enthielt nämlich Fehler: Bei einzelnen Prüfungsfragen fehlten Buchstaben oder ganze Wörter.

Der Grund: ein Problem während der Speicherung von Änderungen in der Fragendatenbank. Und zwar ausgerechnet beim Lektorat. Die Prüfungskommission hat sich bei den Absolventen dafür entschuldigt, die fehlerhaften Fragen wurden nicht bewertet.