Nach Coop wehrt sich auch die Migros gegen Preiserhöhungen bei Mars. «Die Mars Schweiz AG konfrontiert die Migros mit einer erheblichen Preiserhöhung», heisst es in einem Communiqué vom Mittwoch. «Die Migros ist jedoch nicht bereit, den Kunden höhere Preise zuzumuten. Deshalb hat die Migros einen Bestellstopp für Mars-Produkte beschlossen.»
 
Die Migros sieht sich mit einer Preisanpassung von bis zu 12,7 Prozent konfrontiert, heisst es weiter. Sie erachtet die geforderte Preiserhöhung auf diversen Tiernahrungsartikeln und Süsswaren von Mars als ungerechtfertigt.

«Wir können diese Preiserhöhung nicht akzeptieren und wollen diese auch nicht auf unsere Kunden überwälzen», wird Lorence Weiss, Leiter Direktion Food beim Migros-Genossenschafts-Bund, in der Mitteilung zitiert. Zudem erziele die Migros mit Mars-Produkten heute bereits zum Teil eine deutlich unterdurchschnittliche Marge.

Konkret geht es um Artikel wie M&Ms, Snickers, Twix sowie um die Dreamies-Tiersnacks. Mars halte derzeit kategorisch an der Preiserhöhung fest, und es zeichne sich keine Lösung ab, sagt die Migros. Deshalb listet der Händler diese Mars-Produkte aus. Die noch vorhandenen Bestände würden in den Filialen weiter verkauft.

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Wenn Migros die Muskeln spielen lässt

  • Die Fakten zum Retail-Giganten: Der Umsatz beläuft sich auf 28,4 Milliarden Franken, deutlich über 20 Milliarden Franken werden schätzungsweise im Inland erzielt, über 2 Milliarden Franken macht der Online-Handel aus. Mehr zu den Zahlen lesen Sie hier und zu den Online-Millionen hier
     

  • Seit letztem Jahr steht die Migros unter neuer Leitung. Fabrice Zumbrunnen ist im Sattel. Er hat zunächst einen Stellenabbau durchgesetzt. Nun verlangt er auch harte Zugeständnisse von den Lieferanten. Mehr hier
     

  • Sarah Kreienbühl spielt beim Umbau des Detailhandelsriesen eine zentrale Rolle. Ihr Stil: wenig zimperlich. Mehr hier

Vor wenigen Wochen erst, mitten im Weihnachtsgeschäft, hat auch Coop einen Streit mit Mars begonnen. Der Migros-Rivale hat verschiedene Produkte des amerikanischen Mars-Konzerns aus den Regalen genommen, um bessere Einkaufspreise zu erzielen. Betroffen waren Schokoladenriegel, Reis von Uncle Ben’s oder Whiskas. 

Der Streit dauerte zwei Monate, erst Mitte Februar erzielten Coop und Mars eine Einigung. Wie schon im Streit mit Nestlé vor Jahresfrist, als Coop vor einem Jahr 150 Produkte auslistete, agierte der Detailhändler gemeinsam mit europäischen Händlern wie Edekaoder Intermarché im Bündnis namens Agecore. Vereint kommen sie auf einen Umsatz von rund 160 Milliarden Franken. 

(ise)