Die Schweizer Stromwirtschaft geht auf dem Zahnfleisch. Die grossen Versorger schreiben Verluste und bauen ihre Unternehmen komplett um. Jeder Franken wird umgedreht. Bei der Stromnetz­betreiberin Swissgrid, die den Versorgern gehört, ist die Welt noch in Ordnung. ­Sparen ist hier kein Thema, im Gegenteil: CEO Pierre-Alain Graf (53), der das ­Unternehmen im September verlassen hat, bezieht ein Jahr lang Lohn fürs Däumchendrehen.

Das zeigt ein Blick in den Geschäftsbericht. Bis Ende September 2016 erhält der Basler 675'000 Franken oder 2077 Franken pro Tag. Vorausgesetzt, er tritt keinen neuen Job an. Ein Konkurrenzverbot gibt es beim Monopolbetrieb nicht. Bedingungsloses Grundeinkommen à la Swissgrid.

Nicht ungewöhnlich

Zwar ist es nicht ungewöhnlich, dass ein abtretender CEO seine zwölfmonatige Kündigungsfrist nicht absitzt. Um Sa­botageakte zu verhindern, ist es meist sogar besser, wenn er gleich nach der Kündigung den Badge abgibt. Bei Graf bestand diese Gefahr nicht. Er hatte nach sieben Jahren wohl einfach keine Lust mehr. Im Geschäftsbericht steht: «Der CEO hat sich (…) entschieden, das Unternehmen im September 2015 zu verlassen und sich beruflich neu zu orientieren.»

Streit soll es nicht gegeben haben. Kurz nach der Kündigung sagte Graf zur «Basler Zeitung», dass er sehr wohl noch bis zum Ende der Kündigungsfrist weitergearbeitet hätte, der VR aber anderer Meinung gewesen sei. Doch bei Swissgrid klingt das anders: Eine Sprecherin erklärt, dass Graf auch nicht als Berater zur Verfügung stehen werde.