Als Bernhard Burgener den FC Basel kaufte, versprach er, sich aus dem Geschäft mit Uefa-Sportrechten zurückzuziehen. Burgener verliess den Verwaltungsrat der Uefa-Partnerin Team Holding. Diese gehört zur Highlight-Gruppe, an der Burgener massgeblich beteiligt ist. Sein Anwalt bezeichnete das damals als Massnahme, um Interessenkonflikte zu vermeiden.

Doch inzwischen hat der FCB-Präsident diesen Schritt wieder rückgängig gemacht, wie Recherchen der «Handelszeitung» zeigen. Seit 2019 amtet Burgener wieder als Verwaltungsrats-Präsident sämtlicher Team-Firmen. Einen Grund dafür nennt er nicht. Auch wurde dieser Schritt zurück nie kommuniziert. 

Komplexes Geschäft

Bernhard Burgener, die Uefa und der FC Basel - wie hängen die Geschäftseinheiten zusammen? Hier die Übersicht

Die beiden Geschäftsbeziehungen zur Uefa - über den FC Basel und die Team Gruppe - bergen Interessenkonflikte, wie Burgener in der Vergangenheit selbst bestätigte. Lange vor dem Kauf des FCB hatte Burgener der «Basler Zeitung» (BaZ) auf die Frage, ob er sich ein Engagement bei einem Club vorstellen könnte, geantwortet: «Das ist illusorisch und würde ich aus geschäftlichen Gründen nicht machen. Ich muss neutral sein. Solange wir mit unserer Agentur Team die Champions League und weitere Formate vermarkten, übernehme ich keine Funktion in einem Verein.»

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Garantie an die Uefa: Burgener tritt aus dem Verwaltungsrat aus

Als es dann trotzdem dazu kam, versuchte Burgener, die Öffentlichkeit zu beruhigen. Sein Anwalt Martin Wagner sagte, ebenfalls zur BaZ, er habe der Uefa drei Garantien geliefert: Burgener sei erstens nicht im operativen Geschäft von Team involviert und erhalte zweitens nur die nötigsten Kennzahlen. «Und drittens wird er aus sämtlichen Verwaltungsräten austreten, sollte sein Engagement beim FCB Tatsache werden.» Letzteres geschah kurz darauf im Juni 2017.

Doch inzwischen gelten Wagners Garantien offenbar nicht mehr. Im vergangenen Jahr kehrte Burgener in den Verwaltungsrat von Team zurück. Und das gleich als Verwaltungsratspräsident nicht nur der Holding, sondern auch der operativen Tochtergesellschaften der Team Holding AG

Uefa ergreift Schutzmassnahmen

Die Uefa ist sich der brisanten Lage offenbar bewusst, wie aus einem Statement hervorgeht. Sie behalte «die Angelegenheit ständig im Auge», schreibt sie. Die Uefa habe «Schutzmassnahmen ergriffen, um mögliche Interessenkonflikte zu vermeiden». Eine davon: Mit Martin Kallen sitzt seit dem Kauf des FC Basel ein Uefa-Vertreter direkt im Verwaltungsrat der 100-prozentigen Highlight-Tochter Team. Auch das wurde nie kommuniziert. 

Die Uefa ist sowohl für Highlight als auch für den FC Basel eine wichtige Geschäftspartnerin. 2019 verdiente Highlight 29 Millionen Franken mit dem Sportrechtegeschäft, wobei Uefa-Veranstaltungen wie die Champions League einen Grossteil beisteuern dürften. Der FC Basel verdiente 2019 mit der Teilnahme an Uefa-Tournieren 13 Millionen Franken.

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