Die Uhrenindustrie und die Pharmabranche können die Frankenstärke besser verdauen als andere Branchen. Auch die Bauwirtschaft ist vorerst wenig betroffen. Zu diesem Schluss kommen die Experten der Credit Suisse im Branchenmonitor für das erste Quartal 2015.

Der Ausblick für die Industrie habe sich zwar trotz anziehender Weltwirtschaft insgesamt deutlich eingetrübt. Doch zwischen den Industriezweigen zeigten sich grosse Unterschiede, heisst es in der Mitteilung zum Branchenmonitor vom Montag.

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Weniger preissensitiv

Die Uhrenindustrie ist von der Frankenaufwertung weniger betroffen, weil sie ihre Exporte nur zu einem kleinen Teil in Euro fakturiert. Zudem ist das Luxussegment weniger preissensitiv. Das heisst, dass die Uhrenhersteller die Preise im Ausland eher erhöhen können, ohne das die Käufer sofort ausbleiben. Die Uhrenbranche kämpft aber mit der nachlassenden Nachfrage aus China.

Die Pharmabranche fakturiert hingegen etwa rund ein Drittel ihrer Exporte in Euro. Doch die Branche profitiert auch von günstigen Importen aus dem Euroraum. Zudem bleibt die Nachfrage nach Pharmaprodukten aus der Schweiz hoch.

Wohnungsbau bleibt attraktiv

Die Maschinenindustrie ist unterschiedlich betroffen: Global tätige, führende Nischenanbieter werden höhere Preise durchsetzen können, alle anderen kämpfen im intensiven Preiskampf um Margen.

Die Metall- sowie die Lebensmittelindustrie, die stärker von der Nachfrage im Inland abhängen, spüren die Frankenstärke vor allem durch schlechtere Geschäftsgänge ihrer Abnehmerbranchen und durch den Konkurrenzkampf mit ausländischen Anbietern. Die Lebensmittelbranche wird auch den Einkaufstourismus verdauen müssen.

Vorerst wenig betroffen ist die Bauwirtschaft. Am robustesten erweist sich der Bau von Mietwohnungen. Für Investoren sei dies immer noch eine attraktive Anlagemöglichkeit, schlussfolgern die Autoren.

(sda/ccr)