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Auszeichnung
Endlich wieder ein Nobelpreis für die Schweiz?

Nächste Woche werden in Stockholm die Nobelpreise vergeben. Die Schweiz kann drei Wissenschaftlern die Daumen drücken.

Veröffentlicht am 29.09.2017

Am Montag fällt in Stockholm der Startschuss der Nobelpreis-Woche mit der Bekanntgabe der Preisträger für Physiologie oder Medizin. Auch einige Forschende in der Schweiz gelten als mögliche Kandidaten. Unter anderen kann die Schweiz diesen drei Wissenschaftlern die Daumen drücken:

Wichtiger molekularer Schalter

Michael Hall von der Universität Basel könnte sich berechtigte Hoffnungen auf den Medizin-Nobelpreis machen. Der Zellforscher ist einer der Mitentdecker eines wichtigen molekularen Schalters: Das Protein Target of Rapamycin (TOR) reguliert in Reaktion auf Nährstoffe und Wachstumsfaktoren die Grösse und das Wachstum von Zellen.

Das TOR-Signalnetzwerk spielt für verschiedene Krankheiten eine wichtige Rolle, beispielsweise bei Krebs, Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen. Für seine Arbeit zu TOR erhielt Hall kürzlich den Lasker-Preis, der als amerikanischer Medizin-Nobelpreis gilt.

Materialien für Zukunfts-Computer

Nicola Spaldin, Materialforscherin an der ETH Zürich, wäre möglicherweise eine Kandidatin für den Physik-Nobelpreis. Sie hat das Forschungsfeld der sogenannten Multiferroika revolutioniert. Diese Materialien reagieren sowohl auf elektrische als auch auf magnetische Felder und sind damit prädestiniert für ultraschnelle, extrem kleine und sehr energieeffiziente Computer der Zukunft.

Die Multiferroika könnten zudem den Weg ebnen für weitere technologische Neuerungen, wie beispielsweise bei Raumtemperatur funktionierende Supraleiter. Für ihre Arbeit wurde die gebürtige Britin unter anderem bereits mit dem hochdotierten Körber-Preis ausgezeichnet.

Revolution der Fotovoltaik-Forschung

Für den Chemie-Nobelpreis gilt seit Jahren Michael Grätzel von der ETH Lausanne (EPFL) als heisser Kandidat. Er ist Miterfinder eines neuen Typs von Solarzellen, der sogenannten «Grätzel-Zelle», und revolutionierte damit die Fotovoltaik-Forschung.

Anders als handelsüblichen Silizium-Solarzellen nutzt die Grätzel-Zelle organische Farbstoffe zur Lichtabsorption - ähnlich wie Pflanzen bei der Photosynthese. Zwar blieb die Effizienz der Farbstoffsolarzellen bis heute weit unter der von Silizium-Solarzellen, sie ebneten jedoch den Weg für Perowskit-Solarzellen, die derzeitigen grossen Hoffnungsträger der Fotovoltaik-Forschung. An deren Optimierung arbeitet Grätzel derzeit mit seinem Team an der EPFL.

(sda/cfr)

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