Der US-Logistikkonzern Fedex macht einen Fehler im betrieblichen Ablauf dafür verantwortlich, dass ein Paket des chinesischen Telekommunikationsausrüsters Huawei nicht in die USA geliefert wurde. «Das fragliche Paket wurde fälschlicherweise an den Versender zurückgeschickt, und wir entschuldigen uns für diesen Betriebsfehler», teilte Fedex der Nachrichtenagentur Reuters in einer Erklärung mit.

Erst vor wenigen Wochen hatten fehlgeleitete Huawei-Pakete für Spannungen zwischen dem chinesischen Konzern und dem US-Lieferdienst geführt. Fedex könne alle Huawei-Produkte annehmen und transportieren, mit Ausnahme von Sendungen, die an Huawei-Firmen gerichtet seien, die auf der Schwarzen Liste der US-Regierung stünden, teilte der US-Konzern mit.

Schwarze Liste der «unzuverlässigen Einheiten»

Im Handelsstreit mit China ist Huawei von der US-Regierung auf eine Schwarze Liste gesetzt worden und wird dadurch von Software-Updates und Komponenten-Lieferungen abgeschnitten. US-Präsident Donald Trump wirft dem Konzern vor, dass mit dessen Produkten Spionage für den chinesischen Staat betrieben werden kann. Huawei weist das zurück.

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Die chinesische Zeitung «Global Times» berichtete per Twitter, Fedex werde wahrscheinlich auf eine Art schwarze Liste gesetzt, auf der «unzuverlässige Einheiten» oder juristischen Personen notiert seien. Die Zeitung wird von der «People's Daily» herausgegeben, die wiederum zur Kommunistischen Partei gehört. Von Chinas Handelsministerium, Fedex und Huawei waren vorerst keine Stellungnahmen zu erhalten.

Zwei Pakete in die USA umgeleitet

Huawei hatte Anfang Juni erklärt, seine Geschäftsbeziehungen zu Fedex zu überprüfen. Der chinesische Telekomkonzern und Netzwerkausrüster wirft dem US-Lieferdienst vor, zwei an Huawei in Asien adressierte Pakete in die USA umgeleitet und dies bei zwei weiteren Sendungen versucht zu haben. Fedex hatte damals erklärt, es habe sich um Irrtümer gehandelt. Man sei von keiner Stelle dazu aufgefordert worden.

(reuters/gku)