Der französische Baukonzern Vinci ist von einer Menschenrechtsgruppe wegen der Arbeitsbedingungen auf Baustellen für die Fussball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar verklagt worden. Die Organisation Sherpa reichte nach eigenen Angaben vor einem Gericht in Frankreich Klage gegen eine Vinci-Sparte und Manager der katarischen Tochter QDVC wegen Zwangsarbeit und Ausbeutung ein.

Ein nach Katar gereister Sherpa-Anwalt habe Migranten getroffen, deren Ausweis einbehalten worden sei und die 66 Stunden pro Woche arbeiten mussten, sagte Sherpa-Leiterin Laetitia Liebert der Zeitung «Le Parisien». Vinci wies die Vorwürfe zurück und betonte, der Konzern achte sowohl Arbeits- als auch Grundgesetze in Katar wie in jedem anderen Land.

Heftige Kritk

Die WM in Katar ist äusserst umstritten. In der Kritik stehen die Arbeitsbedingungen von Gastarbeitern auf WM-Baustellen. Zudem gab es Korruptionsvorwürfe rund um die Vergabe. Wegen der hohen Sommertemperaturen in dem Emirat findet das Turnier im Winter statt.

Dass es mit den Arbeitsbedingungen auf den WM-Baustellen nicht ums Beste bestellt ist, ist bereits hinlänglich bekannt. Die Zahl von 1200 Toten in drei Jahren lässt trotzdem aufhorchen. Der internationale Gewerkschaftsbund (ITUC) schätzt, dass bereits 1200 Arbeiter ums Leben gekommen sind. Bis zum Anpfiff der WM im Jahr 2022 werden rund 4000 Arbeiter auf den Baustellen zum Fussballfest sterben, heisst es. Auch Amnesty International berichtet von der systematischen Ausbeutung von Gastarbeitern und Fällen von Zwangsarbeit. Amnesty legte darüber einen 153-seitigen Bericht vor.

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(sda/ise)