Die Krankenkassenprämien dürften 2020 für zahlreiche Kunden sinken. Diese Botschaft haben die grössten Schweizer Krankenkassen für ihre Versicherten, allen voran Helsana: «Eine Mehrheit unserer Kunden wird 2020 für die Grundversicherung weniger Prämie bezahlen als 2019», sagt Helsana-Chef Daniel Schmutz im Interview mit der «NZZ am Sonntag» (Registrierung).

Auch die CSS, nach Helsana die zweitgrösste Kasse hierzulande, will in einzelnen Kantonen Prämien senken oder zumindest nicht erhöhen. Gesamthaft rechnet die CSS für 2020 mit einer geringen Erhöhung von weniger als 1,5 Prozent.

Wie eine Umfrage der «NZZ am Sonntag» zeigt, gehen sechs der neun grössten Kassen von einer stabilen Prämienentwicklung fürs nächste Jahr aus. Grund dafür sind die Gesundheitskosten: Sie sind zuletzt aussergewöhnlich moderat gewachsen.

«Viele Arztbesuche werden für Kleinigkeiten gemacht»

Die Explosion der Gesundheitskosten lässt sich nur durch mehr Eigenverantwortung eindämmen, sagt Stephan Wirz vom Maklerzentrum. Mehr dazu lesen Sie hier.

Man spüre ein Umdenken bei den Versicherten, sagt Helsana-Chef Schmutz. «Ihnen ist bewusst, dass es weder für sie noch für das System gut ist, wenn sie mit jeder Bagatelle zum Arzt rennen und für alles möglichst viel medizinische Leistungen erhalten.» Immer mehr von ihnen wählten alternative Versicherungsmodelle, die effizienter und günstiger sind. «Schliesslich hat auch der letzte Eingriff des Bundesrates in den Arzttarif Tarmed stark gewirkt.»

(gku)