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Politik
Hermann Hess übt Kritik an der FDP

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Hermann Hess: Fordert mehr Zurückhaltung von der Politik.Quelle: Keystone

Zwei Jahre lang sass Hermann Hess für die FDP im Nationalrat, dann hatte er genug. Der Thurgauer Unternehmer zieht Bilanz.

Von Seraina Gross und David Vonplon
am 17.01.2018

Im November hat der Thurgauer FDP-Nationalrat und erfolgreiche Unternehmer Hermann Hess sein Mandat nach nur zwei Jahren in Bern bereits wieder abgegeben. Nun sagt er der «Handelszeitung», was ihn zu diesem aussergewöhnlichen Schritt bewogen hat – und wird dabei deutlich gegenüber seiner eigenen Partei, der FDP: «Man setzte mich sozusagen auf die Warteliste».

Dabei hätte er als erfahrener Arbeitgeber und Sanierer doch einiges beitragen können. Sein Fazit: Unternehmer seien im Berner Politikbetrieb nicht willkommen. Hermann Hess war nach Magdalena Martullo-Blocher das reichste Mitglied des Nationalrats. Im Interview mit der « Handelszeitung» beziffert er den Wert seines Immobilienportfolios auf 400 Millionen Franken.

Politisch zweite Klasse

Der damals 28-Jährige übernahm 1991 in fünfter Generation das defizitäre Textilgeschäft der Familie. Später schwenkte er auf Immobilien um und machte sich unter anderem als Retter der Bodensee-Schiffahrt einen Namen. In Bern aber lief er auf. Hermann Hess landete in der politisch zweitrangigen Geschäftsprüfungskommission. «Offenbar gehört es dazu, dass man sich in der Fraktion hintanstellen muss und dass es eine Zeitlang dauert, bis man zu einem Posten in einer bedeutenden Kommission kommt». In der Wirtschaftskommission dagegen, moniert Hess, hätten vorwiegend Juristen die FDP vertreten, kein grösserer Unternehmer. «Da muss man sich nicht wundern, wenn die FDP keinen Einfluss in der Wirtschaftspolitik hat.»

Hess hat keinen Vorstoss eingereicht und er ist nie ans Rednerpult getreten. Er sei der Meinung, dass sich Politik zurückhalten sollte, sagt er. «Die Hyperaktivität der Politik ist schädlich, gerade für die Wirtschaft.» Auf die Frage, ob die FDP seinen Rücktritt bedauert habe, sagt er: «Einzelne Kollegen gewiss». Als er aufgehört habe, habe es einen kleinen Anlass gegeben, unter anderem mit Martullo-Blocher, der von der SVP organisiert worden sei. «Sie haben mich eingeladen. Das hat micht gefreut. Es war ein gemütlicher Abend.»

Das ganze Interview lesen Sie in der neuen Ausgabe der «Handelszeitung», ab Donnerstag am Kiosk oder mit Abo jede Woche im Briefkasten.

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