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Handelsstreit
Huawei rechnet erst 2021 mit einer Erholung

Huawei Shenzhen

Huawei-Fabrik in Dongguan: Im Ausland werden hohe Umsatzeinbussen erwartet.

Quelle: Getty Images

Chef Ren Zhengfei erwartet wegen der US-Sanktionen einen Umsatzeinbruch. Derweil kämpfen US-Firmen gegen die Blockade der Regierung.

Veröffentlicht am 17.06.2019

Das Verkaufsverbot in den USA reisst tiefe Löcher ins Geschäft des chinesischen Netzwerkausrüsters Huawei. In diesem und im nächsten Jahr werde der Umsatz voraussichtlich auf rund 100 Milliarden Dollar fallen, sagte Firmenchef Ren Zhengfei am Montag. Bislang war der Konzern davon ausgegangen, in diesem Jahr Erlöse von 125 bis 130 Milliarden Dollar zu erwirtschaften. «Wir haben nicht damit gerechnt, dass wir auf so vielen Ebenen angegriffen werden», sagte Zhengfei bei einem internen Event in der Firmenzentrale in Shenzhen. Die Zahl der Smartphone-Verkäufe ins Ausland sei im vergangenen Monat um 40 Prozent eingebrochen. Erst ab 2021 rechnet der Manager mit einer Erholung.

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2018 hatte Huawei die Erlöse noch um knapp ein Fünftel auf 104 Milliarden Dollar gesteigert. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung neuer Produkte will Huawei aber nicht reduzieren, wie Zhengfei ankündigte. Unter anderem arbeitet das Unternehmen derzeit an einem eigenen Betriebssystem, um das US-System «Android» abzulösen, das bisher auf seinen Handys verwendet wird.

Die US-Regierung hat Huawei auf eine schwarze Liste gesetzt, weil sie befürchtet, die Technologie des Smartphone-Herstellers könnte zur Spionage verwendet werden. Damit ist es US-Firmen untersagt, mit dem chinesischen Unternehmen Geschäfte zu tätigen. Huawei weist die Vorwürfe zurück.

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Der Clip zum Song « Huaweis Schönheit» bietet einen Mix aus Patriotismus und Werbung für die umstrittene Firma. Das Video finden Sie hier.

Chipkonzerne drängen auf Lockerung des Verbots

Führende US-Chipkonzerne drängen die Regierung in Washington Insidern zufolge aber inzwischen zu einer Lockerung des Geschäftsverbots, weil sie Schäden für amerikanische Unternehmen befürchten. Manager von Intel und des Rivalen Xilinx hätten Ende Mai hinter den Kulissen Gespräche im Handelsministerium geführt. Auch Qualcomm habe sich deswegen an das Ministerium gewendet, sagten mit dem Vorgang vertraute Personen.

Die Unternehmen argumentierten, dass Huawei-Produkte wie Smartphones und Computerserver gängige Teile verwendeten und es wahrscheinlich dabei nicht die gleichen Sicherheitsbedenken gebe wie bei der Ausrüstung für das neue 5G-Mobilfunknetz. Ausserdem trifft sie ein Handelsverbot mit den Chinesen selbst hart: Von den 70 Milliarden Dollar, die Huawei 2018 für den Kauf von Komponenten ausgegeben hat, gingen rund elf Milliarden Dollar an Intel, Qualcomm und andere Chipproduzenten. Broadcom hatte deswegen seine Umsatzprognose für dieses Jahr um zwei Milliarden Dollar gesenkt.

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In Huaweis Smartphones steckt viel nicht-chinesische Technologie. Eine Übersicht zur Herkunft der Komponenten finden Sie hier.

Huawei begrub kürzlich wegen des US-Verbots sein Ziel, noch in diesem Jahr Samsung Electronics zu überholen und zum weltgrössten Smartphone-Produzenten aufzusteigen.

(reuters/gku)