Es umfasst 98 Zimmer und Suiten, einen Innen- und einen Aussenpool, zwei Restaurants (darunter das mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnete «Ecco»), ein Spa, einen Haarsalon sowie die mit knapp 2000 Quadratmetern grösste Suite der Welt, die den gesamten obersten Stock einnimmt: Das Hotel Atlantis by Giardino am Fusse des Uetlibergs gehört zu den ersten Häusern am Platz Zürich.

Jetzt steht es zum Verkauf. Der Besitzer, die Königsfamilie von Katar, will dafür rund 160 Millionen Franken. Der 1995 von seinem Sohn gestürzte ehemalige Herrscher, Scheich Khalifa bin Hamad al-Thani, hatte das Haus 2012 gekauft. Die Kosten für die Übernahme und die anschliessende jahrelange Re­novation nach seinen Wünschen sollen sich auf total rund 240 Millionen Franken belaufen haben.

Auslastung des Hotels wohl unter 50 Prozent

Der Emir, der nach seinem Sturz im Zürcher Hotel Park Hyatt residierte, konnte die für seine Familie vor­gesehene Rekord-Suite mit acht Schlafräumen für 15 Personen nie benutzen: Er verstarb im Oktober 2016. Heute liege die Auslastung des Hotels unter 50 Prozent, hört man in der Branche (was der Betreiber, die Giardino-Gruppe, bestreitet), das Haus sei defizitär, auch ­wegen seiner dezentralen Lage.

Jetzt wollen die Erben des Emirs devestieren und verkaufen rund um den Globus Yachten, Paläste – und Hotels: Im September soll der Immobiliendienstleister CBRE mit der Vermarktung des Hotels Atlantis beginnen. In den Monaten zuvor hatten die Eigner bereits verschiedene Zürcher Family Offices direkt angefragt, ob sie Interesse an einem Kaufangebot hätten.

Offerte aus China 

Zwei Offerten sind bisher ein­gegangen, beide wurden abgelehnt. Eine stammt vom chinesischen ­Milliardär Yunfeng Gao, dem hierzulande bereits das «Palace Luzern» und die «Frutt Family Lodge» in Melchsee gehören. Im Herbst 2020 soll in Engelberg sein 100 Millionen teures Fünf-Sterne-Haus Titlis Palace mit 129 Zimmern eröffnen. Auch an einer Übernahme der Victoria-Jungfrau Collection 2013 war er interessiert. 75 Millionen Franken soll Gao für das ­«Atlantis» geboten haben, deutlich weniger also als von den Eigen­tümern ­gefordert.

Das zweite Angebot stammt von Patrick Liotard-Vogt, Nestlé-Erbe, Jetsetter und Mehrheitsaktionär von Asmallworld (ASW), dem in Frankfurt kotierten Social-Media-Netzwerk für Reiche. Er soll 100 Millionen Franken geboten haben, ebenfalls weit entfernt also von den Preisvorstellungen der Eigner. «Die Übernahme des Hotels Atlantis könnte ich mir gut vorstellen, sofern die Kondi­tionen vernünftig bleiben», sagt Liotard-Vogt.

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Betrieben würde das Hotel im Erfolgsfall dann von ASW, gegen welche die Börsenaufsichten in Frankfurt und Zürich ­wegen möglicher Verletzung der Offenlegungspflichten ermitteln: «ASW ist grundsätzlich daran interessiert, das Portfolio an Hotels unter Management zu erweitern, insbesondere in unserer Homebase Zürich», sagt er. Die Giardino-Gruppe wollte die Verkaufspläne nicht kommentieren.

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