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Konkurrenz zu Twint: Postfinance rüstet App auf

Handy-App: Schon bald können Postfinance-Kunden damit im Laden bezahlen. Keystone

Noch im ersten Halbjahr soll die Postfinance-App mit einer NFC-Bezahlfunktion ausgestattet werden. Damit schafft die staatliche Bank eine hauseigene Konkurrenz zu Twint.

Von Michael Heim
am 10.02.2016

Postfinance baut die Handy-App aus. Bereits in «zwei bis drei Monaten» werde die bestehende Postfinance-App für Android-Handys mit einer Funktion erweitert, die das Bezahlen mit der Postfinance Card ermögliche, sagt Postfinance-Manager David Kauer. In Unterlagen von Postfinance ist von einer Einführung im laufenden Jahr die Rede.

Die App soll nur für Android-Telefone verfügbar sein, da sie – wie kontaktlose Kreditkarten – den NFC-Standard verwendet. Diesen sperrt iPhone-Hersteller Apple derzeit für Drittanbieter. Handys, auf denen die App installiert ist, sollen laut Postfinance genau gleich fürs Bezahlen verwendet werden können wie NFC-Karten: Ans Terminal halten, fertig.

Keine neuen Kassenterminals

Gegenüber anderen Bezahl-Apps hat die Postfinance-Lösung einen grossen Vorteil: Im Handel sind keinerlei technische Anpassungen nötig, da die App den normalen Kreditkartenstandards gemäss funktioniert. Für den Händler sei es, wie wenn der Kunde mit einer kontaktlosen Postfinance-Card bezahlen würde, sagt Kauer. Die Debitkarte Postfinance Card wird heute fast überall im stationären Handel akzeptiert.

Dass gerade Postfinance eine solche App lanciert, erstaunt. Mit viel Aufwand versucht sie derzeit, den Handel von ihrer Bezahl-App Twint zu überzeugen, für die es aber neue Zahlterminals oder Softwarelösungen braucht. Die Postfinance-App mit der digitalen Postfinance Card wird so zur hauseigenen Konkurrenz für Twint. Ein Problem sieht die gelbe Staatsbank darin nicht. Sprecher Reto Kormann sagt, Postfinance und ihre Tochtergesellschaft Twint entwickelten ihre Produkte unabhängig voneinander. «Dass es dabei zu gewissen Überschneidungen kommen kann, liegt auf der Hand.»

Ein weiterer Anbieter

In der Schweiz kämpfen verschiedene Anbieter um die Vorherrschaft im mobilen Bezahlen. Neben Twint versucht die SIX Group mit ihrer Paymit-App, den Handel für sich zu gewinnen. Im Verlauf des Jahres sollen Kunden von Paymit auch im stationären Handel mit der App bezahlen können. Noch sind über Paymit nur sogenannte Peer-to-Peer-Zahlungen zwischen Handys möglich. Zudem verhandeln hinter den Kulissen globale Anbieter mit den hiesigen Kreditkarten-Banken um Kooperationen. Apple, Samsung und Google haben im Ausland bereits entsprechende Bezahl-Apps lanciert.

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