Im Machtkampf um den Stahlhersteller Schmolz + Bickenbach (S+B) schiesst die russische Seite scharf gegen Grossaktionär Martin Haefner: «Ich bin sehr überrascht, dass Martin Haefner als langjähriger Vizepräsident des Verwaltungsrates sich gegenüber den Medien zu so sensiblen Themen wie einem möglichen Konkurs oder der Entlassung des CEO äussert, ohne vorherige Diskussion darüber im VR und ohne die Finanzmärkte entsprechend den Börsenvorschriften informiert zu haben», sagt Alexey Moskov, Vertreter der Beteiligungsgesellschaft Liwet im Verwaltungsrat von S+B.

Liwet wehrt sich zudem gegen die Aussage Haefners, sie hätte kein klares und rechtlich verbindliches Angebot gemacht, um ihrerseits zur Rettung des Konzerns beizutragen: «Wir haben ebenfalls eine Kapitalerhöhung angeboten in Höhe des notwendigen Betrages, damit das Überleben der Firma sichergestellt ist», sagt Moskov.

«Dann gäbe es keinen Kontrollwechsel»

Haefner könne sich seinem Aktienanteil entsprechend beteiligen an der Kapitalerhöhung. «Dann würden die Besitzverhältnisse bewahrt bleiben, und es gäbe keinen Kontrollwechsel», so Moskov. Damit wäre auch die «völlig unnötige» sofortige Rückzahlung der ausstehen Obligationen von mehr als 350 Millionen Franken hinfällig. Der Plan sei jedoch vom Verwaltungsrat unter Jens Alder abgelehnt und stattdessen der Plan Haefners durchgewunken worden.

Zudem sei die Aussage von S+B nicht zutreffend, die Banken würden auf frischem Kapital in der Höhe von mindestens 325 Millionen Franken bestehen: «Der Finanzchef von S+B hat beim letzten Analystencall selber erklärt, 100 bis 150 Millionen Franken würden ausreichen, die gegenwärtigen finanziellen Probleme des Unternehmens zu lösen», so Moskov.

Erst gestern hatte Viktor Wekselberg sowohl Liwet wie Haefner dazu aufgerufen, zum Wohle des Unternehmens ihre Kräfte zu bündeln, um dessen Zusammenbruch zu verhindern.

 

 

Der Kampf um Schmolz + Bickenbach

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