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Abfall
Neuer Müllriese breitet sich in der Schweiz aus

Neuer privater Branchenführer will rezyklieren statt verbrennen: Abfallanlage in Hagenholz.

Helvetia Environnement übernimmt Swiss Recycling Services. Mit dem Zusammenschluss entsteht das grösste private Entsorgungsunternehmen der Schweiz - mit bekannten Investoren.

Von Bernhard Fischer
am 15.03.2017

Der Kampf um den Müll in der Schweiz wird härter. Der grösste Müllentsorger der Romandie, Helvetia Environnement, schliesst sich mit dem Konkurrenten Swiss Recycling Services (SRS) zusammen. Die neue Gruppe rangiert nun auf Platz eins vor dem Zürcher Unternehmen Schneider Umweltservices.

Die neue Gruppe kommt auf ein jährliches Umsatzvolumen von 120 Millionen Franken mit der Sammlung, Trennung und Verwertung von Müll für Gemeinden, Industrieunternehmen und Privathaushalte. Mit dem Vorstoss von Helvetia in die Ostschweiz entsteht der landesweit grösste private Abfallentsorger.

Über das ganze Land verteilt

SRS schlüpft unter das Dach von ­Helvetia Environnement, die fortan vier Tochtergesellschaften betreibt: Transvoirie, Sogetri, Léman Bio Energie – und SRS. Die Gruppe deckt nun weite Teile des Landes mit Agenturen in Basel und Solothurn sowie einem Partnernetzwerk in den Kantonen Bern, Zürich und im Tessin ab.

Zu den grössten Kunden der neuen Gruppe gehören der Lebensmittelriese Nestlé, die Accor Hotelgruppe, Uni-Spitäler sowie eine Vielzahl von Gemeinden von Genf bis Zürich.

UBS als Investor

Eigentümer des neuen privaten ­Abfallriesen sind zu 26,6 Prozent die Müll-Patriarchen der Familie Chavaz, Jean-Charles und Pierre, seit vielen Jahren Lokalgrössen im Entsorgungsbusiness.

Je weitere 26,6 Prozent halten ein Infrastrukturfonds der UBS und das Management von Helvetia Environnement. Ein Infrastrukturfonds der Luzerner ­Privatbank Reichmuth hält 20,2 Prozent.

Abfallsortieranlage von Ex-Google-Tüftlern

«Mit dem Merger erreicht das neue Unternehmen eine kritische Grösse, die grössere Investitionen ermöglicht, um die Recyclingrate zu erhöhen», sagt Finanzchef Olivier Kobel. Die Investition von rund 20 Millionen Franken in eine robotergesteuerte Abfallsortieranlage – von Ex-Google-Mitarbeitern entwickelt – ist auf Schiene.

Die neue Gruppe hat einen Markt­anteil von etwas mehr als 2 Prozent am ­gesamten Schweizer Entsorgungsmarkt. In Tonnen ausgedrückt hat das neue Unternehmen Gewicht: Die ­Helvetia Environnement Gruppe sammelt 500 000 Tonnen Abfall von einem totalen Abfallaufkommen von 20 Millionen Tonnen pro Jahr. Der grösste Teil der Müllentsorgung in der Schweiz wird nach wie vor von staatlichen Unternehmen bestritten.

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