Der Spatenstich sollte nächstes Jahr erfolgen, die Eröffnung war zwei Jahre später vorgesehen. Daraus wird wohl nichts. Das Ausbildungszentrum von Novartis in Risch ZG kommt nicht zum Fliegen – zumindest noch nicht, wegen juristischer Geplänkel. «Die Eröffnung des Ausbildungszentrums wird voraussichtlich nicht vor 2016 möglich sein», sagt Novartis-Mann Christian Eugster, der das Projekt im Kanton Zug leitet. Es soll dereinst 40 Ausbildungsplätze bieten.

Doch beim Zuger Verwaltungsgericht ist eine Beschwerde eines Anwohners gegen Bau­direktor Heinz Tännler hängig. Der Vorwurf: Dieser soll bezüglich des ­Novartis-Projekts befangen sein. Nach formaljuristischem Hin und Her will das Verwaltungsgericht voraussichtlich noch vor den Sommerferien entscheiden. 

Die Bevölkerung hat dem Projekt längst seinen Segen erteilt. Ende November 2011 stimmten die Rischer dem Bauprojekt und der Zonenplanänderung zu. Zwei Wochen später überschrieb der frühere Novartis-Präsident Daniel Vasella (Bild) sein Grundstück an seine drei Kinder. Diese haben nun beste Sicht auf das Projekt: Sie sind Nachbarn und gleichzeitig im Ausbildungszentrum involviert. Der Bau kommt auch auf Grund und Boden der Vasella-Nachkommen zu stehen.

Der langjährige Lenker des Pharmariesen hat seinen Kindern drei eingezonte Grundstücke überschrieben. 35 000 Quadratmeter gross ist die Fläche. Das entspricht rund fünf Fussballfeldern. Die Quadratmeterpreise an dieser Lage betragen 2000 bis 2500 Franken. 

Vasellas Land ist allerdings bloss ein Bruchteil dessen wert. Nur 1600 Quadratmeter sind Bauland, was einem Wert von maximal vier Millionen Franken entspricht. Und verflüssigen können die Kinder das Land wohl auch nicht. Eugster: «Die notwendigen Rechte sind mit Vorverträgen gesichert.» Und weiter: «Details sind vertraulich.»