Es gibt kaum ein Produkt, das sich besser in Zahlen fassen lässt als das 3a-Depot: Mehr Rendite und tiefere Kosten bedeuten mehr Geld für die Pensionierung. So einfach ist das. Und weil der Anlagehorizont in der Regel mehrere Jahrzehnte umfasst, wirken sich schon kleine Unterschiede über den Zinseszinseffekt massiv aus. Bei 3a-Produkten lohnt sich der nüchterne Performancevergleich daher so sehr wie bei kaum einem Bankprodukt. Und da schliessen viele traditionelle Banken grauenhaft schlecht ab, wie das Handelszeitungs-Rating einmal mehr gezeigt hat.
Unter den toppositionierten Fonds und Anlage-Apps befinden sich überdurchschnittlich viele Produkte von Nischenanbietern und Digital-Anbietern wie Viac, Frankly und True Wealth. Kaum vertreten sind hingegen die grossen Institute, die als Hausbanken das Gros der Schweizer 3a-Vorsorgedepots verwalten dürften. Und das wirft ein schlechtes Bild auf sie.
Viele Fonds sind zu teuer. Statt weniger als 0,5 Prozent – wie bei den günstigen Digitalanbietern – verlangen die Fonds von Banken wie UBS, Postfinance und BEKB oft weit über 1,0 Prozent. Und das bei Produkten, die kaum Betreuungsaufwand verursachen, weil die meisten Bankkunden ihre Strategie nur selten hinterfragen. Bei sechsstelligen Depotvermögen sind das gern mal 1000 Franken pro Jahr.
Oft sind die teuren Anlagefonds aktiv verwaltet, was von vielen Banken als Argument ins Feld gebracht wird. Nur lohnt sich das leider nur für die Banken, nicht aber für deren Kundschaft. Auch das zeigt unsere Auswertung. Bis auf wenige Ausnahmen generierten die passiven Anlagestrategien bessere Renditen bei tieferen Gebühren – egal, ob über die letzten drei oder fünf Jahre gerechnet. Wer Vorsorgegelder passiv anlegt und nicht versucht, schlauer zu sein als der Markt, fährt besser. Punkt.
Hinzu kommt: Die Newcomer hängen die Banken auch beim Handling ab. Ja, viele setzen auf eine rein digitale Strategie. Wer seine dritte Säule zusammen mit einer Bankberaterin aufsetzen möchte, ist bei ihnen schlecht bedient. Für Selbstbedienungskunden hingegen bieten sie mehr. Anlagestrategien können mit wenigen Klicks geändert und neue Depots eröffnet werden. True Wealth bettet die 3a-Anlage sogar nahtlos ins freie Anlegen ein. Da hinken viele Banken hinterher. Wenn 3a-Fonds nur über Berater umgeschichtet werden können, muss man sich nicht wundern, wenn auch die Kosten zu hoch sind.
Das Gute ist: In der 3a-Vorsorge spielt der Wettbewerb. Depots können jederzeit von einer Bank zur anderen transferiert werden. Anders als bei vielen Versicherungsprodukten gibt es kaum oder nur kurze Kündigungsfristen. Es spricht nichts dagegen, mal mit einem kleinen monatlichen Betrag ein neues Angebot zu testen – und dann später allenfalls den Rest zu überweisen.
Nur eine Aussage gilt für praktisch alle: Schlechter als ein schlechter 3a-Fonds ist oft nur noch das kaum verzinste Sparkonto. Wenn es sich irgendwo lohnt, höhere Risiken in Kauf zu nehmen, dann bei einem Depot, das beim Start in die Berufskarriere erst mal für vierzig Jahre gesperrt bleibt.


