Schweizer Unternehmen, die in China tätig sind, haben Vorsichtsmassnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus ergriffen. Sie schränken Reisen von und nach China ein und informieren ihre Mitarbeitenden über Vorsichtsmassnahmen.

Der Industrie- und Technologiekonzern ABB zählt in der chinesischen Millionenstadt Wuhan, die als Ausgangspunkt des Virus gilt, rund 100 Mitarbeitende. In ganz China sind es rund 20'000 Beschäftigte. ABB sei sich der Lage bewusst, sagte ein Sprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP. Gegenwärtig seien aber keine Infektionen bei eigenen Mitarbeitenden bekannt. Auch die Produktion sei zur Zeit nicht beeinflusst.

Das Unternehmen habe seine Mitarbeitenden informiert und ihnen unter anderem über mobile Apps verschiedene Verhaltenshinweise zur Verfügung gestellt. ABB beobachte die Situation weiterhin aufmerksam. Entsprechend der Anweisungen der chinesischen Regierung zur Eindämmung des Virus seien Reisen nach Wuhan untersagt.

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Schindler: Geschäftsreisen nach China vermeiden

Auch der Lift- und Rolltreppenhersteller Schindler verfügt über eine kleine Niederlassung in Wuhan, die Servicetechniker beschäftigt. Schindler habe seinen Mitarbeitern in China empfohlen, nicht notwendige Geschäftsreisen nach Wuhan zu vermeiden, sagte eine Sprecherin. Auch Mitarbeitende weltweit seien angewiesen worden, nicht notwendige Geschäftsreisen nach und aus China heraus zu vermeiden.

Zudem habe das Unternehmen, basierend auf Empfehlungen der WHO, Anweisungen herausgegeben, um das Ansteckungsrisiko zu verringern. «Wir werden die Situation weiter beobachten und unsere Reise- und Sicherheitsbestimmungen entsprechend anpassen, falls dies notwendig sein sollte», sagte die Sprecherin. Schindler gibt keine Mitarbeiterzahlen pro Land bekannt. In der gesamten Region Asien-Pazifik waren per Ende 2018 rund 24'600 Mitarbeitende für Schindler tätig. China ist ein Schlüsselmarkt für Schindler.

Der Dentalimplantatehersteller Straumann zählt etwa 10 Mitarbeitende in Wuhan. «Wir schauen die Situation vorsichtig an», sagte ein Sprecher. Man habe zusätzliche Vorkehrungen zu Reisen und Aktivitäten getroffen. Zudem würde auch ein Kommunikationskanal mit regelmässigen Updates gepflegt.

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Auch Novartis verfolge die Situation genau, sagte ein Sprecher. In China habe der Konzern die Mitarbeitenden ermutigt, von zu Hause aus zu arbeiten und den Empfehlungen der lokalen Behörden zum Schutz ihrer persönlichen Gesundheit zu folgen. Die Zahl der Mitarbeitenden gab der Pharmakonzern nicht bekannt.

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Nestlé wies zudem daraufhin, dass die meisten Mitarbeitenden noch im Urlaub seien. Die chinesischen Neujahrsfeiertage wurden von der Regierung bis zum 2. Februar verlängert. Auch Nestlé untersagte alle nicht zwingenden Reisen von und nach China für Mitarbeitende weltweit.

Das Unternehmen informiere seine Mitarbeitenden laufend und umfassend über erforderliche Vorsichtsmassnahmen und erteile Empfehlungen, wie man sich beim Verdacht auf eine Ansteckung verhalten soll. In China seien ausserdem zusätzliche Biosicherheitsmassnahmen in den Fabriken, Büros und Verteilzentren installiert worden. Nestlé betrieb laut Angaben im Geschäftsbericht 2018 32 Fabriken in China, aber keine in Wuhan.

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(awp/gku)