Die Schweizer Börse SIX soll sich Insidern zufolge in den Bieterwettbewerb um Italiens Börsengesellschaft eingebracht haben. SIX und drei weitere Interessenten sollen das italienische Börsengeschäft übernehmen wollen, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters mit Verweis auf Insider.

Nebst der Schweizer Börse seien auch ein Konsortium aus dem französischen Börsenkonzern Euronext und der italienischen Staatsbank CDP sowie die Deutsche Börse an einer Übernahme der Mailänder Börse interessiert.

«No comment»

Sie alle hätten unverbindliche Übernahmeofferten für den 62,5-prozentigen Anteil an der Staatsanleihen-Handelsplattform MTS eingereicht, hiess es in einem Reuters-Artikel vom Samstag. Die Kaufbeträge in den Offerten sollen dabei zwischen 300 und 350 Millionen Euro liegen. Gemäss der italienischen Zeitung «La Repubblica» soll auch die US-Technologiebörse Nasdaq mitgeboten haben.

Ob SIX tatsächlich ein Angebot gemacht hat, wollte ein Sprecher auf Anfrage weder bestätigen noch dementieren. «Wir kommentieren grundsätzlich keine Gerüchte und Spekulationen», hiess es lediglich.

SIX muss sich nicht verstecken

Erst im Juni hatte SIX den Kauf der spanischen Börsen- und Finanzmarktinfrastrukturgruppe Bolsas y Mercados Españoles (BME) abgeschlossen und war so umsatzmässig zum drittgrössten Börseninfrastrukturbetreiber Europas aufgestiegen.

Weltweit ist SIX nun die Nummer Zehn der grössten Börsenbetreiber.

Kommt die EU nicht zur SIX, geht die SIX nach Europa

Die Schweizer Börse will expandieren. Der Plan dürfte einen politischen Hintergrund haben – auch wenn dies offiziell verneint wird. Den Kommentar von Michael Heim lesen Sie hier.

(awp/gku)