Das Gute vorweg: Das Finanzsystem ist heute robuster als vor der letzten Krise, im Jahr 2008 – Banken haben höhere Eigenkapitalpuffer und die Zentralbanken versorgen sie mit genügend Liquidität. Doch es gibt eine erhebliche Schwachstelle: Die Schulden der Unternehmen sind in den vergangenen Jahren massiv ge­stiegen. Ende 2019 standen weltweit Unternehmensanleihen von 13,5 Billionen Dollar aus, davon 6 Billionen in den USA und 3 Billionen in Europa. Anlass zur Sorge gibt ­zudem die schlechte Kreditqualität.

Denn je schlechter die Bonität, also die Kreditwürdigkeit eines Unternehmens, desto höher ist der Risikoaufschlag (siehe Grafik). Das heisst, Firmen zahlen höhere Zinsen, wenn sie neue Schulden aufnehmen oder bestehende Anleihen ­refinanzieren. Brechen nun wegen der Corona-­Krise die Umsätze ein, können ­einige Firmen ihre Schulden nicht mehr ­bedienen. Die Zahlungsunfähigkeit droht. Dabei geraten insbesondere jene Unternehmen mit einem schlechten Kreditrating – im Fachjargon Triple B (BBB) genannt, die niedrigste Stufe für Anleihen mit Investmentqualität – unter Druck.