Siemens und Alstom wollen ihre Zugsparten zusammenschliessen, um gegen die starke Konkurrenz aus China bestehen zu können. Doch für ihre Hochzeit benötigen die beiden europäischen Grosskonzerne die Einwilligung der Wettbewerbsbehörden – und diese zeigen sich kritisch: Die oberste EU-Wettbewerbshüterin Margrethe Vestager will ihren Segen nur unter strengen Auflagen erteilen. Die beiden Konzerne müssen für die Fusion verschiedene Unternehmensteile verkaufen.

Siemens und Alstom sind bereit, sich von rund vier Prozent des gemeinsamen Umsatzes der Zugsparten zu trennen. Zum Verkauf stehen vor allem Signaltechnik sowie verschiedene Aktivitäten mit Hochgeschwindigkeitszügen.

Auch Hitachi bietet mit

Die überzähligen Geschäfte stossen auf grosses Interesse bei der Konkurrenz: So haben die japanische Hitachi, der US-Konzern Wabtec und die französische Thales Offerten eingereicht, wie die Agentur Bloomberg erfahren hat. Und auch die Thurgauer Stalder Rail habe ein Gebot unterbreitet.

Wer für was bietet, ist nicht bekannt – keine der Konzerne wollte die Gerüchte bestätigen. Stadler dürfen sich laut Medienberichten am ehesten um die Zugleitsysteme bemühen. Für den Schweizer Konzern wäre dieser Zukauf von Signaltechnik allerdings ein sehr grosser Deal. Das Geld dafür könnte er durch den Gang an die Börse erhalten: Bekanntlich liebäugelt CEO Peter Spuhler mit einem IPO.

Das grüne Licht steht noch aus

Ob der Zusammenschluss gelingt, wird sich frühestens nächsten Monat zeigen. Die EU-Kommission wird ihren finalen Entscheid voraussichtlich am 18. Februar fällen. Verschiedene europäische Wettbewerbsbehörden drängen Brüssel darauf, noch strengere Auflagen zu fordern. In diesem Fall könnte die Fusion allerdings scheitern. Siemens und Alstom wären mit einem Umsatz von 15 Milliarden Euro in Europa der mit Abstand grösste Anbieter von Zügen und der zugehörigen Signaltechnik.

(mbü)

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