Bestandsinvestoren wie Goldman Sachs und Bain Capital hätten sich als Kreditgeber beteiligt, teilte der Zahlungsdienstleister Sumup mit. Er ist hierzulande vor allem für seine mobile Kartenlesegeräte bekannt.

Neu an Bord seien Temasek, Crestline sowie ein von Oaktree Capital verwalteter Fonds. «Die Nachfrage war grösser als das Angebot. Wir mussten einigen Investoren absagen», sagte Firmenchef und Mitgründer Marc-Alexander Christ gegenüber «Reuters».

Der Kredit habe den Vorteil, dass die Anteile von Investoren nicht verwässert würden.

Hilfe für kleine Händler

Zur Bewertung des 2012 gegründeten Startups, das unter anderem mit Square aus den USA und dem Paypal-Dienst iZettle konkurriert, wollte sich Christ nicht äussern. Im Sommer 2019 hatte Sumup die letzte Geldspritze in Höhe von 330 Millionen Euro erhalten. Das frische Kapital soll nun in das Wachstum fliessen. Unter anderem sollen weitere Händler angeworben, neue Produkte angeboten sowie Zukäufe gestemmt werden.

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«Uns interessiert alles, was kleinen Händlern hilft», sagte Christ, der früher für Groupon und JPMorgan gearbeitet hat. Erst kürzlich hat SumUp die Kassensystem-Softwareanbieter Goodtill und Tiller übernommen.

Das Geschäft mit bargeldlosem Zahlen: Einstiegsdroge Sumup

Die Geräte des jungens Zahlungsdienstleisters Sumup sind oft anzutreffen, wo zuvor nur Bargeld akzeptiert wurde. Jetzt reagiert die Konkurrenz.

Bargeld verschwindet immer mehr

SumUp wird immer wieder als Börsenkandidat gehandelt. Laut Christ ist dies erst in «drei bis fünf Jahren Thema», auch wenn jetzt ständig Investmentbanker anrufen und Neuemissionen über Spac (Mantelgesellschaften) anpreisen. Zuletzt hatte auch das Geschäft von SumUp unter den Ausgangsbeschränkungen und Ladenschliessungen in der Corona-Krise rund um den Globus gelitten. «Aber es gibt auch Lichtblicke», sagte Christ.

Mit der Öffnung von Friseursalons Anfang März habe das Transaktionsvolumen beispielsweise umgehend angezogen. Das Potenzial hält Christ für riesig: «Inzwischen akzeptieren viele Händler kein Bargeld mehr. Ich denke, das wird auch nach Ende der Corona-Krise so bleiben.» Deswegen will SumUp die Gunst der Stunde nutzen, um in weitere Länder unter anderem in Südamerika und Südostasien zu expandieren. Derzeit ist SumUp in 33 Ländern aktiv. 

(reuters/tdr)