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Ausbau
Tesla baut Schweizer Tankstellennetz

Der amerikanische Elektroauto-Pionier geht in der Schweiz in die Offensive. Tesla baut noch dieses Jahr ein landesweites Netz von Schnellladestationen auf.

Von Sven Millischer
am 11.06.2014

Tesla gibt Gas.  «Bis Ende Jahr wollen wir die Schweiz ausreichend mit Schnellladestationen versorgen», sagt Sprecherin Kathrin Schira zur «Handelszeitung». Wie viele so genannte «Supercharger»-Standorte hierzulande geplant sind, will der kalifornische Fahrzeugbauer noch nicht sagen. Ein Insider berichtet, dass in der Schweiz fünf bis sechs Standorte für die Schnellladung der Tesla-Sportwagen evaluiert würden. Verhandlungen zu Bau und Installation der Anlagen laufen derzeit.

Offenbar soll es beidseits des Gotthards jeweils eine Ladestation geben. Auch die Versorgung auf Ost-West-Route nach Genf will Tesla ausbauen. Weiter sind Supercharger im Grossraum Zürich, in Basel und im Bündnerland geplant. Sowohl Autobahn-Raststätten wie Hotels an wichtigen Knotenpunkten würden angeschaut. Bisher  gibt es erst einen «Supercharger»-Standort in der Schweiz.

Boom bei den Verkäufen

Die sechs Schnellladestationen an der Raststätte Rose de la Broye im freiburgischen Lully sind seit Anfang Jahr in Betrieb. Der Bau der Schnelladeinfrastruktur geht einher mit einem Boom bei den Verkäufen. Bis Ende Mai hat Tesla in der Schweiz bereits 215 Autos verkauft. Mehr als im gesamten letzten Jahr, als der Elektromobilitätspionier aus Palo Alto 191 Fahrzeuge absetzen konnte.

Das Ziel des Autobauers aus dem Silicon Valley ist, dass der Abstand zwischen den einzelnen Supercharger-Stationen nie mehr als 160 Kilometer beträgt. Schliesslich weist das Model S eine Reichweite von bis 500 Kilometern auf. Dabei sind die Kosten für die Tankladungen am «Supercharger» im Verkaufspreis ab etwa 70 000 Franken inbegriffen, und dies auf die Lebensdauer des Sportwagens. Die Tesla-eigenen Schnelllade-Infrastruktur ist mit diesem Fahrzeugbestand jedoch nicht selbsttragend.

Teure Ladestationen

Denn die Superchargers sind teuer.  Ein Branchenexperte geht davon aus, dass jede Tesla-Tanke etwa 200 000 Franken kostet. Eine konventionelle Schnelladeinfrastruktur schlägt bloss mit etwa 80 000 Franken zu Buchen. Der Preisunterschied ergibt sich aus derLeistungsdifferenz. Während beispielswesie die Ladestation von Evite bloss mit mindestens 20 Kilowattstunden lädt, sind es beim Supercharger 120 Kilowattstunden.

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