Der US-Elektroauto-Hersteller Tesla spricht mit BMW über eine mögliche Kooperation. Dabei gehe es um Batterietechnik und Ladestationen, aber auch um die Karbonfaserproduktion von BMW: «Das könnte für unsere Karosseriebauer interessant sein», sagte Tesla-Chef Elon Musk dem Nachrichtenmagazin «Spiegel».

Zu Details äusserte sich der Manager nicht. Eine Tesla-Sprecherin bezeichnete die Gespräche als informell. BMW war zunächst für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Manager beider Unternehmen hatten sich im Juni getroffen, um zu beraten, wie die Entwicklung der Elektromobilität international vorangetrieben werden kann.

Hohe Preis für Elektroautos senken

In Deutschland will der US-Elektroauto-Hersteller mittelfristig Batteriezellen bauen. «Ich gehe davon aus, dass Tesla auf lange Sicht eine Batteriefabrik in Deutschland errichten wird», sagte Musk. Dies werde in etwa fünf bis sechs Jahren der Fall sein.

Tesla plant derzeit eine Mega-Batteriefabrik in den USA und will dort fünf Milliarden Dollar investieren. Musk argumentiert, der derzeit relativ hohe Preis für Elektroautos könne auch dadurch gesenkt werden, dass Batterien in sehr grosser Stückzahl produziert werden.

Musk fordert Autobauer auf

Erst im Oktober hatte der Elektroauto-Pionier zwei wichtige Partner als Anteilseigner verloren: Sowohl Daimler als auch Toyota trennten sich von Anteilen. Musk sieht das gelassen: «Daimler und Toyota wollten wohl einfach Gewinne realisieren.» Die Zusammenarbeit mit Daimler setzt Tesla trotzdem fort.

Musk forderte die hiesigen Autobauer auf, sich viel mehr für die Technologie zu engagieren. «Die deutsche Autoindustrie sollte viel mehr Energie in die Entwicklung von Batterien stecken», sagte Musk, «sie hat beste Voraussetzungen.»

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Euphorie für Elektroautos abgeflaut

Bei vielen Herstellern ist die Euphorie für Elektroautos schon wieder abgeflaut. Daimler wird im kommenden Jahr den Stecker bei der einzigen Fabrik hierzulande ziehen, die Batteriezellen für Elektroautos herstellt, weil die Stückzahlen hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind und sich kein weiterer Autobauer dem Projekt angeschlossen hat.

(reuters/ccr)