Warren Buffett will Burger King laut einem Zeitungsbericht bei der Verlagerung des Firmensitzes ins steuergünstigere Ausland helfen. Der Starinvestor soll eine entscheidende Rolle bei der zu diesem Zweck geplanten Übernahme der kanadischen Kaffee- und Donut-Kette Tim Hortons spielen.

Das berichtete das «Wall Street Journal» am Montagabend (Ortszeit) mit Bezug auf eingeweihte Kreise. Buffetts Holding Berkshire Hathaway wird den voraussichtlich etwa zehn Milliarden Dollar schweren Deal demnach zu 25 Prozent finanzieren.

Buffett, der mit seinen Investments stark auf amerikanische Traditionsunternehmen setzt, würde damit mitten in die öffentliche Debatte um US-Konzerne geraten, die vor den vergleichsweise hohen Unternehmenssteuern in den USA fliehen. 35 Prozent zwackt Washington von den Einkünften ab, inklusive lokaler Steuern sind es im Schnitt knapp 40 Prozent.

Laut den Quellen des «Wall Street Journals» könnte Burger King die Übernahme der Kanadier bereits in den nächsten beiden Tagen unter Dach und Fach bringen. Wie die Finanzierung genau auf die Beine gestellt werde, sei noch unklar.

Erinnerung an Heinz

Aber Buffetts Rolle erinnert stark an den 23-Milliarden-Einkauf der Ketchup-Firma Heinz, die Berkshire ebenfalls gemeinsam mit dem Burger-King-Mehrheitseigner 3G Capital gestemmt hatte, einer Private-Equity-Gesellschaft. Damals hatte Buffett sich lukrative Aktienbeteiligungen gesichert, während 3G die operative Kontrolle über das Übernahmeziel bekam. Das könne bei grossen Deals ein Muster für die Zukunft sein, hatte Buffett seinerzeit gesagt.

Die Begeisterung der Aktionäre dürfte durch die Einbeziehung der Investorenlegende, die immer wieder ein glückliches Händchen bewiesen hat, noch weiter steigen. Bereits zu Wochenbeginn stieg die Burger-King-Aktie um fast 20 Prozent.

Fehlende US-Einigung

Wenig Freude dürfte die Nachricht hingegen in Washington auslösen. Präsident Barack Obama und vielen Kongressabgeordneten ist die steueroptimierende Übernahmetrickserei von US-Unternehmen schon lange ein Dorn im Auge. Doch um etwas dagegen zu tun, müssten sich Demokraten und Republikaner zuerst auf entsprechende Massnahmen einigen. Bislang machen die US-Gesetze es Unternehmen recht einfach, ihren Hauptsitz ins Ausland zu verlagern, um Steuern zu sparen.

(sda/ccr)