James «Jim» Zenni hielt Wort. Das ist nicht selbstverständlich. Denn Zenni ist ein US-Investor und lenkt mit harter Hand die Private-Equity-Firma Z Capital. Und was die Amerikaner mit dem traditionsreichen Hotel Waldhaus in Flims angestellt haben, das widerlegt jedes vorschnelle Urteil. Es war kein «quick fix».

Nach der Übernahme hat Z Capital nicht Kulissen geschoben und Marketinghülsen gedrechselt, sondern angepackt – das Hotel renoviert, digitalisiert und neu ausgerichtet.

Seit der Renovation steht das Resort mit Spa und riesigem Umschwung in altem Glanz in der verschneiten Bündner Bergwelt und heimst regelmässig Branchenauszeichnungen ein.

Waldhaus steht wieder zum Verkauf

Nun aber, so heisst es unter Schweizer Investoren, wollen die Amerikaner das «Waldhaus Flims Wellness Resort» wieder abstossen. Ein Verkauf nach fünf Jahren passt; ein halbes Dezennium entspricht der durchschnittlichen Haltedauer im Private-Equity-Geschäft.

Hinter der Hand wird nicht nur über das Preisschild debattiert, sondern auch über die Namen möglicher Käufer. Genannt werden zwei: Der eine sei der US-Hotelkonzern Marriott, welcher das Hotel mitvermarktet. Der zweite stamme aus Asien, genauer China. Anfragen in den USA blieben unbeantwortet – möglich ist auch, dass man noch am Verhandeln ist oder den Markt testet.

Vor fünf Jahren war längst nicht klar, ob das Hotel aus der Belle Époque, das soeben die Bilanz deponiert hatte, überhaupt überlebt. Und dann packte Zenni zu. Angeblich soll er für das 142-Zimmer-Waldhaus plus Umschwung 40 Millionen Franken hingeblättert haben.

Hotellerie im Corona-Jahr

Der frühere Präsident von Hotelleriesuisse, Guglielmo L. Brentel, spricht sich für einen internationalen Impfpass aus. Mehr hier. 

Das in die Jahre gekommene Hotel müsse wieder «zur führenden Luxusdestination» werden, beschrieb er seine Ambition. Schliesslich steckte der Mann aus Übersee weitere 40 Millionen in Umbau und Renovation.

Sollte das Bijou in chinesische Hände übergehen, wäre dies der nächste Coup asiatischer Immobilienjäger. Vor drei Jahren schnappten sich Yunfeng Gao und seine Han’s Europe AG das Luzerner Palace.

Zu Gaos Preziosen gehören die «Frutt Lodge & Spa» sowie die «Frutt Family Lodge» in Melchsee-Frutt. Derweilen übernimmt die Hongkonger Kette Mandarin Oriental das Management des Credit-Suisse-Palasts «Savoy» am Zürcher Paradeplatz.

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