Die Zurich Insurance Group, der grösste Versicherer der Schweiz, hat die UBS Group erstmals bei der Marktkapitalisierung überholt. Die UBS bringt es am Kapitalmarkt nur noch auf ein Gewicht von 48 Milliarden Franken. Die Zurich dagegen kratzt an der Marke von 50 Milliarden Franken. Ihre Aktie steigt seit Wochen. Die Titel haben innert kurzer Zeit um über zehn Prozent zulegen können.

Die Aktien von UBS hingegen verloren in der letzten Woche an Wert, nachdem ein Pariser Strafgericht am Mittwoch in einem Urteil befand, dass das grösste Schweizer Kreditinstitut französischen Kunden illegal geholfen hatte, Aktiva zu verschleiern.

UBS in Paris: Ein Überblick

  • Was die Pariser Richterin am Mittwoch verkündet hat: eine historische Spitzenbusse für die UBS Group von 3,7 Milliarden Euro, eine weitere Busse für die französische UBS-Tochter in Höhe von 15 Millionen Euro leisten und Schadenersatzzahlungen an den französischen Staat im Umfang von 800 Millionen Euro. Mehr hier.
     
  • «Das Gemauschel geht weiter»: Der Kommentar von «Handelszeitung»-Redaktorin Seraina Gross. Mehr hier. 
     
  • «Völlig beispiellos»: Wie die UBS auf die Rekordstrafe reagiert. Mehr hier. 
     
  • «Dies hier ist eines Rechtsstaates unwürdig»: Die Einschätzung von HZ-Kolumnistin und Rechtsprofessorin Monika Roth. Mehr hier.

Die Premiere bei der Marktkapitalisierung folgt einem Trend. Spätestens seit der Finanzkrise und dem Ende des Bankgeheimnisses haben Banken einen Teil ihrer wirtschaftlichen Bedeutung in der Schweiz verloren, während die Versicherer stetig aufholen. Gleichzeitig gilt die Zurich Insurance Group als Dividendentitel – und ist deshalb beliebt bei Anlegern. Im laufenden Jahr werden den Aktionären 19 Franken je Aktie vorgeschlagen. Das ist ein Franken mehr als noch vor Jahresfrist und entspricht gut drei Vierteln des Gewinns.

19 Franken als Untergrenze

Die Anleger dürfen sich bei der Zurich auch in Zukunft auf generöse Ausschüttungen freuen. Finanzchef George Quinn liess bei der Präsentation der Jahreszahlen vor einigen Tagen durchblicken, dass die 19 Franken die neue Untergrenze für künftige Dividenden sein sollen.

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Derweil richtet Chef Mario Greco den Blick bereits über das Jahr 2019 hinaus auf die Arbeiten zum neuen Strategieprogramm. Diese seien angelaufen, sagte er. Die neuen Ziele will die Zurich im kommenden November anlässlich des nächsten Investorentags vorstellen.

(ise)