Die Mobiliar hat ihren Kunden die Epidemie-Versicherung gekündigt. «Die bisherige Epidemie-Versicherung wird durch eine neue Hygiene-Versicherung abgelöst», heisst es in einem Schreiben, das die Mobiliar-Kunden vor kurzem zugeschickt bekamen und der «NZZ am Sonntag» vorliegt. Weiter heisst es: «Eine Fortsetzung des bestehenden Vertrags ist nicht möglich. Falls Sie auf die Anpassung Ihres Vertrags verzichten, wird die Mobiliar von ihrem Kündigungsrecht Gebrauch machen.»

Die genossenschaftliche Mobiliar holte sich in der Corona-Krise viel Lob ab. Anders als die meisten Konkurrenten verstrickte sie sich nach dem behördlich angeordneten Lockdown nicht in Wortklauberei, wonach eine Pandemie keine Epidemie sei. Doch jetzt ist es für Firmen unmöglich, sich gegen einen drohenden zweiten Lockdown zu versichern.

«Die Versicherungen haben das Neugeschäft mit den bisherigen Epidemielösungen komplett eingestellt», sagt Versicherungsbroker Simon Holtz vom Risk-Management-Berater Kessler in Zürich. Manche würden neuerdings sämtliche Viren bis auf das Norovirus – ein Durchfallerreger – von ihren Leistungen ausschliessen.

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(gku)