Es gibt Manager, die haben ein Rechtfertigungsproblem für ihr Verhalten. Novartis-Mogul Daniel Vasella faltete gern seine (deshalb gelegentlich fliehenden) Kommunikationschefs zusammen, wenn er sich von der Presse falsch dargestellt fühlte. Magdalena Martullo-Blocher avancierte zum YouTube-Star dank der mütterlich-strengen Erziehungsmassnahmen, die sie dem Topmanagement ihrer Ems-Chemie angedeihen lässt («Nei, Mister Köppel»). Ex-Sulzer-Chef Klaus Stahlmann brachte deutsche Landsleute als Manager samt deren Vorliebe für hierarchieschwangere Führungstechniken mit ins Unternehmen und verbreitete Angst und Schrecken unter der Belegschaft. Bei VW-Patriarch Ferdinand Piëch, dem Grossmeister der kalten Machtdemonstration, rannten alle Topmanager wie die Bekloppten zum Firmenjet, weil der Letzte immer neben Piëch sitzen musste – und nicht selten noch vor der Landung beruflich am Boden war. Oder gleich ganz ohne Job.

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Und wer kennt nicht mindestens einen Bereichsleiter über sich oder neben sich, der in Sitzungen gern Mitarbeitende mit einem verächtlichen Halbsatz zum Verstummen bringt, bevor er selbst wortreich die Welt erklärt, der Jahresgespräche mit unheilverkündenden Drohungen à la «Spürst du nicht die Einschläge näherkommen» garniert, der ein fügsames Gefolge um sich schart und den Rest gern kaltstellt, bei dem grundsätzlich die anderen schuld sind und keiner weiss, warum er oder sie diesen Job eigentlich hat?
Und es gibt Manager, die haben ein Rechtfertigungsproblem für ihre ganze Daseinsform.